My year abroad – Ein Jahr voller Erfahrungen, Abenteuer und schöner Erinnerungen

Hier habe ich vergangenes Jahr mein Erasmus-Studienjahr verbracht. Genau genommen war ich im Städtchen Cork, welches sich im südlichen Teil von Irland befindet. Das Jahr dort hat mir sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder hingehen und es auch für ein Auslandssemester jedem sofort weiter empfehlen.
Habt ihr auch schon von dem Land gehört in dem die Kobolde zu Hause sind, in dem man den Mythen nach am Ende eines jeden Regenbogens einen Topf voll Gold findet (und glaubt mir, es gibt viele Regenbogen dort!), in dem die Wiesen so saftig grün sind und es so viele Schafe gibt, dass man sie gar nicht mehr zählen kann? … Das ist Irland.

Hier habe ich vergangenes Jahr mein Erasmus-Studienjahr verbracht. Genau genommen war ich im Städtchen Cork, welches sich im südlichen Teil von Irland befindet. Das Jahr dort hat mir sehr gut gefallen und ich würde sofort wieder hingehen und es auch für ein Auslandssemester jedem sofort weiter empfehlen.

Jetzt aber erst mal zu mir: Ich bin Jurastudentin an der Universität Konstanz. Nach meiner Zwischenprüfung im vierten Semester habe ich beschlossen zwei Auslandssemester einzulegen. Die Universität Konstanz hat hier ein breit gefächertes Angebot an Partneruniversitäten. Mein Wunsch war es von vorneherein einen Platz für Irland zu bekommen. Die Landschaft und die Kultur dort haben mich schon immer interessiert. Umso größer war dann die Freude, als ich die Zusage bekam. Im Folgenden möchte ich euch nun ein bisschen über das Land, die Leute und das Studium dort berichten.

Es ist ein bekanntes Vorurteil, dass es in Irland ständig nur am Regnen ist. Das ist nur halb wahr. Im Schnitt regnet es schon mehr als bei uns in Deutschland, aber es ist auch nicht so schlimm wie man es immer erzählt bekommt und sich dementsprechend vorstellt. Im Gegenteil, was der Regen vorteilhaftes mit sich bringt sind satte grüne Wiesen in so vielen verschiedenen Grüntönen wie man es sich gar nicht vorstellen kann. Dies macht die Landschaft wirklich atemberaubend schön und fasziniert einen immer wieder aufs Neue. Vom Klima her ist es im Jahresschnitt kühler wie bei uns, dafür fallen die Winter auf Grund des Golfstromes deutlich milder aus. Schnee gibt es eigentlich nie.

Um Ausflüge zu machen ist Irland einfach grandios. Es ist bustechnisch sehr gut erschlossen und es werden von allen größeren Städten aus preiswerte Bustouren ins Umland angeboten. Das ist wirklich eine klasse Sache, denn es erspart einem sich selbst mit einem Mietauto und dem Linksverkehr herum zu schlagen. Außerdem sind die Bustouren super um sich von einheimischen Busfahrern die Landschaft zeigen zu lassen und nebenbei ihren Geschichten zu lauschen.

Auch die dortige Kultur hat mich sehr positiv überrascht. Ich war noch nie zuvor in einem Land, in dem die Menschen so freundlich und hilfsbereit sind und auch so gesellig. Es ist Gang und Gebe, dass die Iren sich nach Feierabend und an dem Wochenende in urigen Pubs treffen um gemeinsam Sport im Fernsehen zu schauen oder irische Lieder zu trällern. Sehr oft sind auch Live-Sänger in den Pubs, die ordentlich Stimmung machen. Allein die Pubkultur macht einen Irlandbesuch also zu einem Muss. Neben Guinness, Kilkenny und Co. gibt es auch eine beeindruckende Palette an diversen Whiskeys, auf welche die Iren unheimlich stolz sind und die man unbedingt probieren sollte. Viele der Whiskeybrennereien bieten auch interessante Führungen mit anschließender Verkostung an.

Da das Land überschaubar groß ist und wie gesagt bustechnisch gut erschlossen ist, schafft man es durchaus während des Auslandsjahres das Land zu bereisen. Die typischen Touristen-Klassiker wie Dublin (das Guinness Storehouse macht seinem Ruf alle Ehre und sollte unbedingt besucht werden), der Ring of Kerry und die Cliffs of Moher sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Auch Nordirland ist durchaus ein Besuch wert, ist doch die Kultur dort sehr anders als in der Republik Irland und die Spannungen zwischen Nord und Süd immer noch teils stark zu spüren. Auch Sportfans werden in Irland nicht zu kurz kommen, da die Landschaft sich schön zum Wandern anbietet und die Wellen im Sommer/Herbst zum Surfen einladen. Auch Irlands Nationalsport, Gaelic Football (eine Mischung aus Fußball und Rugby), sollte man einmal ausprobieren.

Was mir, und was mit Sicherheit jedem Sorge bereitet der zum Studieren ins Ausland geht, war natürlich zu Anfangs die Sprache. Schließlich finden der Alltag und vor allem auch das Studium durchweg auf Englisch statt. Das ist aber wirklich nur halb so viel Sorgen wert wie man sie sich zuvor macht. Ist man erstmal im Land angekommen und hat dort nette Leute kennengelernt, ergibt sich der Rest nach den ersten Wochen von selbst. Und schließlich weiß ja auch jeder, dass man Erasmus-Student ist und ist auch dementsprechend rücksichtsvoll.

Jetzt noch etwas zum Jurastudium in Irland: Das irische Rechtssystem ist natürlich komplett verschieden im Vergleich zum deutschen Recht und dementsprechend tut man sich anfangs damit etwas schwer. Das irische Rechtssystem baut stark auf dem Englischen auf, so dass man plötzlich statt mit civil law mit case law konfrontiert wird. Schluss ist also mit Gesetzestexten, die wir deutschen Jurastudenten so gerne mit uns herumtragen. Geschriebene Gesetze gibt es kaum. Stattdessen hat man Hunderte von „cases“ für die Klausuren auswendig zu lernen und muss sich so komplizierte Namen wie Crotty v. An Taoiseach merken. Doch wenn man sich erst einmal drauf eingelassen hat, ist es gar nicht so schwer. Vor allem ist es wirklich interessant, die Unterschiede zwischen civil und case law mal so bewusst aufgezeigt zu bekommen, was durchaus auch hilfreich für das eigene Rechtsverständnis ist.

Ich hoffe der Bericht hat euch weiter geholfen und ich konnte eure Neugier für Irland wecken. Mir hat es dort auf jeden Fall sehr gut gefallen und ich beneide jeden darum, der das Abenteuer Auslandsjahr noch vor sich hat!