Veröffentlicht am 25.03.2019

Meine Prüfungsvorbereitung

Antonia, wie fühlt man sich nach einem so tollen Ergebnis?

Bei der Notenvergabe konnte ich meinen Ohren kaum trauen. Ich war sehr glücklich und erleichtert zugleich. Ich wusste, dass meine Arbeit polarisiert – entweder wird sie sehr gut oder sehr schlecht benotet. Ich war froh, dass Ersteres der Fall war. Außerdem hat die Vorbereitung viel Zeit in Anspruch genommen und es macht zufrieden, dass sie sich gelohnt hat. Dass ich die beste Note des Jahrgangs hatte, erfuhr ich erst später, nachdem alle Prüfungen absolviert waren. Das war eine zweite Überraschung und eine große Motivation für die weitere Examensvorbereitung.

Deine erste Handlung nach dem Erhalt der Ergebnisse?

Gleich danach habe ich meinen Mann angerufen und ihm davon berichtet. Da war ich bereits auf dem Weg zu einer Musicalaufführung, an der ich mit einer kleinen Nebenrolle teilnahm. Ich konnte meiner Familie und meinen Freunden von dem Ergebnis erzählen, dann musste ich schon in die Maske. Das war ein aufregender Tag.

Wie hast Du Dich vorbereitet, um ein solch großartiges Examensergebnis zu erzielen? Hast Du Dich in Eigenregie oder mithilfe eines Repetitoriums vorbereitet?

Für die Examensvorbereitung war ich bei einem Repetitorium, für den Schwerpunkt musste ich die Kurse aber ausfallen lassen. Während der wissenschaftlichen Arbeit traf ich mittags Kommilitoninnen und wir motivierten uns gegenseitig. Für die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung blieb mir nur wenig Zeit. Ich lernte zu Hause den Prüfungsstoff auswendig.

Nach dem Schwerpunkt habe ich mich für die Examensvorbereitung ganz nach dem Repetitorium gerichtet. Ich lernte mit den besprochenen Fällen und wiederholte den Stoff, indem ich ihn auf Karteikarten schrieb. Daneben habe ich den Klausurenkurs besucht. Er war wahrscheinlich sogar der wichtigste Schlüssel zum Erfolg.

Deine 3 ultimativen Tipps für eine optimale Prüfungsvorbereitung?

1. Den Schwerpunktbereich sollte man einzig nach seinen Interessen wählen. Selbst wenn es in anderen Fächern vermeintlich einfachere Prüfungen und die besseren Noten gibt. Wenn man den Inhalt mag, schaut man sich die Unterlagen mit anderen Augen an und der Inhalt bleibt besser im Kopf.

2. In der Schwerpunktarbeit darf man etwas wagen. Das ist die Gelegenheit, sich von anderen zu unterscheiden. Die Dozenten lesen unzählig viele Arbeiten und freuen sich, wenn eine von ihnen heraussticht. Ich habe nicht kompliziert formuliert, sondern so, dass auch ein Nichtjurist meine Arbeit versteht. Das zeigt, dass man die Materie verstanden hat. Aber inhaltlich bin ich in die Tiefe gegangen. Ich war in anderen Fachbibliotheken, zum Beispiel für Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften, habe Grafiken von Aktienkursen gezeichnet und bin gleich auf der ersten Seite auf das eine große Problem zu sprechen gekommen, um das sich die Arbeit drehte. Ich wollte es so spannend wie möglich gestalten.

3. Für die mündliche Prüfung empfehle ich einen Lernplan. So schafft man am ehesten den ganzen Stoff. Und außerdem hat ein Lernplan die beruhigende Wirkung, dass man den Überblick behält und ohne schlechtes Gewissen Pausen machen kann.

Hattest Du zwischendurch denn auch mal ein „Motivationstief“? Wenn ja, wie bekommt man am Besten die Kurve?

Im Schwerpunkt hatte ich einmal das Gefühl, dass die Note schlecht wird. Da halfen mir verständnisvolle Gespräche mit meiner Familie. Und auch liebe Freunde und mein persönlicher Glaube halfen mir, wieder Mut zu fassen. Wenn einem gesagt wird, dass man das hinbekommt, dann darf man das ruhig glauben.

In der langen Examensvorbereitung hatte ich natürlich Motivationstiefs. Mir half dann der Blick nach vorn. Ich freute mich auf die Zeit danach und habe mir konkrete Dinge vorgenommen, die ich nach dem Examen tun würde.

Was würdest Du denn eigentlich am Jurastudium ändern wollen?

Es ist schade, dass am Ende des Studiums alles von den Studenten abverlangt wird. Die Leistung, die man an nur sechs Tagen erbringt, bestimmt die Examensnote. Der Druck wäre nicht so hoch, wenn man im Laufe der Ausbildung mehr Punkte sammeln könnte. Im Repetitorium wurde uns ein Lernpsychologe an die Seite gestellt, der uns für die Organisation, für die Wissensaneignung und für die Drucksituation wertvolle Tipps gab. Solche Angebote sollte es auch an der Uni geben.

Wie geht es für Dich jetzt weiter?

Seit dem Bestehen des ersten Examens arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Großkanzlei. Nach dem Referendariat würde ich gerne im Gesellschaftsrecht promovieren, um mich vor dem Start ins Berufsleben noch einmal der wissenschaftlichen Seite zu widmen.

Vielen Dank, Antonia. Wir wünschen Dir  weiterhin viel Erfolg.



Zurück zum Blog