Veröffentlicht am 13.09.2019

Mein Auslandssemester in Kopenhagen

Es ist leider nicht einfach, eine Unterkunft in Kopenhagen zu finden, vor allem wenn man an die deutschen Preise für ein WG-Zimmer gewöhnt ist. In Kopenhagen zahlt man durchaus im Schnitt 600-800,000 EUR für ein Zimmer. Die Uni hilft allerdings tatkräftig bei der Suche einer vernünftigen Unterkunft, sodass ich schon sehr bald ein wunderbares Zimmer in einer WG gefunden habe, welches zudem mit 450,00 EUR auch noch erschwinglich war. Nun konnte es also losgehen. Die ersten Tage und Woche vergingen wie im Flug. Unendlich viele neue Eindrücke überfluteten mich.

Nach meinem 3-wöchigen Dänischkurs (dem ich wirklich jedem ans Herz legen würde), hatte ich mich bereits gut eingelebt. Durch den Kurs habe ich Studenten aus allen möglichen Studienrichtungen und Ländern kennen gelernt. Ich würde also sagen, dass mir nichts Besseres als dieser Kurs zu Anfang hätte passieren können.

Nach dem Kurs ging es für mich weiter mit dem Studium an der Uni. Die Kurse an der Uni finden in kleinen Gruppen à 20-30 Personen statt. Das Angebot an Kursen ist riesig (Ich belegte unter anderem Climate Change and the Law und Human Rights and Health). Zudem empfand ich das Verhältnis von den Professoren zu den Studenten als sehr angenehm und locker. Man konnte, vor allem durch die Größe der Kurse, immer Fragen stellen und sich in den Unterricht einbringen. Niemand wurde aufgrund von Sprachbarrieren oder ähnlichen Gründen, zurückgelassen.

Ansonsten bietet Kopenhagen eigentlich alles für einen tollen Auslandsaufenthalt. Wenn man einfach Lust auf einen gemütlichen Nachmittag mit Freunden hat findet man unzählig viele gemütliche Cafés. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Museen.

Über die abendliche Planung braucht ihr euch ebenso wenig Gedanken machen. Entweder findet man eine von Erasmus angebotene Veranstaltung oder schaut einfach kurz im Internet nach was in Kopenhagen aktuell zu unternehmen ist. Am Wochenende gilt es Wochen- oder Flohmärkte zu besuchen, hierbei findet man schnell ein paar tolle Sachen für den Kleiderschrank, das noch kahle Zimmer oder für das Abendessen. In Deutschland bin ich nicht wirklich ein Fan von Flohmärkten, aber die Flohmärkte in Kopenhagen haben wirklich ihren Charme und man findet fast jedes Mal eine „kleine“ Sache, die einem gefällt.  Generell gefiel mir das Modebewusstsein der Menschen, der skandinavische Lebensstil und die Offen- und Lockerheit der Menschen sehr.

Persönlich haben mir vor allem die Abende gefallen, an denen man einfach mit ein paar neu gewonnenen Freunden gekocht und seine Erfahrungen ausgetauscht hat. Oftmals finden diese Abendessen auch in Studentenwohnheimen statt. Man lernt also immer wieder neue interessante Menschen kennen.

Eine wichtige Rolle in meinem alltäglichen Leben spielte neben der Uni, Freunde treffen und die Stadt kennen zu lernen, aber auch die dänische Sprache. Ich habe mich entschieden trotz der Tatsache meines nur 6-monatigen Aufenthalts weiter dänisch zu lernen. Ich meldete mich also an einer Sprachschule an und nahm zweimal die Woche Dänischunterricht. Der Unterricht ist für neue Einwohner Dänemarks kostenlos und auch die Materialien werden gestellt, was im teuren Dänemark natürlich seinen Reiz hat. Viele fragten mich natürlich, warum ich mir neben der Uni etc. noch antuen würde, zweimal die Woche dänisch zu lernen, aber ich für mich kann nur sagen, dass es einer der besten Entscheidungen war. Hier lernt man viele unterschiedliche Charaktere kennen, die gerade nach Kopenhagen gekommen sind und versuchen sich dort ein neues Standbein aufzubauen. Zudem empfand ich es als sehr angenehm ein wenig mehr über die dänische Kultur zu erfahren und meine Sprachkenntnisse im Alltag einzubringen. Außerdem wird sehr oft davon gesprochen, dass es schwierig ist den Kontakt zu Dänen zu finden, da wir lediglich ausländische Studierende seien, die ja nur ein halbes Jahr in Dänemark sind. Durch meine, zumindest kleinen, Sprachkenntnisse fiel es mir jedoch leichter auch dänische Freunde zu finden.
 
Weiterhin sehr positiv waren die Angebote der Uni für Erasmus- Studenten. Man konnte an verschiedenen Exkursionen teilnehmen. Sei es, um sich Museen gemeinsam anzuschauen oder die Kreidefelsen Dänemarks zu besichtigen oder sogar Trips noch Russland oder Lappland zu unternehmen. Möglichkeiten boten sich zumindest genügend. Wobei ich zu einem sehr wichtigen Thema komme.

Es ist unglaublich angenehm neben dem gewöhnlichen Alltag im Studium einmal ein wenig freier zu sein und die Welt zu entdecken. Ich habe mir beispielsweise während meiner Zeit weitere dänische Städte wie Aarhus. Odense oder Koge angeschaut. Zudem war ich mit einer Gruppe von Erasmusstudenten in Stockholm und in Malmö. Der krönende Abschluss für mich bildete dann eine Reise nach Island. Ich kann also jedem nur als Herz legen, auch während der Zeit, ein wenig herum zu reisen und andere Städte, Ländern kennen zu lernen. Denn wann hat man sonst noch einmal die Zeit dafür und vor auch allem auch die Möglichkeit, mit so vielen Menschen aus anderen Ländern reisen zu können und die Welt zu entdecken?!

Kopenhagen möchte die fahrradfreundlichste Stadt der Welt werden. Deshalb findet man in der gesamten Stadt ein wunderbar gut ausgebautes Fahrradsystem. Fast jeder Kopenhagener steigt, selbst bei schlechtem Wetter, auf sein Fahrrad. Ansonsten findet man aber auch ein sehr gut ausgebautes Metrosystem vor Ort, welches einen mühelos von A nach B transportiert und welches sehr übersichtlich und leicht zu verstehen ist. Ich würde euch aber uns Herz legen aufs Fahrrad umzusteigen, denn auf meinen Wegen durch die Stadt habe ich immer wieder neue Sachen entdeckt und konnte meine Liste von Dingen die ich noch unternehmen möchte, am Ende fast gar nicht mehr abarbeiten

Kopenhagen ist zu so etwas wie einem zweiten zu Hause für mich geworden. Wenn ich also gefragt würde, ob ich euch ans Herz legen würde nach København zu gehen würde ich mit keinen Zweifeln antworten: Selvfølgelig! – was so wie viel meint wie- Selbstverständlich! Also macht euch selbst ein Bild von einer der schönsten Städte Europas und der glücklichsten Bevölkerung weltweit.



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