Guter Rat muss nicht immer teuer sein

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine studentische Rechtsberatung zu gründen?

Die damaligen Gründungsmitglieder kamen spontan eines Abends auf die Idee. Sie hatten von ähnlichen Projekten in anderen Uni-Städten gehört und fragten sich, warum es so etwas nicht auch in Freiburg geben sollte. Als sich eine kleine Gruppe aus Gleichgesinnten zusammengefunden hatte, erhielten sie von der Universität durch Herrn Prof. Paal Unterstützung bei der Gründung des Vereins und begannen im Juni 2014 mit der Rechtsberatung.

Wen beratet Ihr und in welchen Rechtsgebieten?


In erster Linie Studierende der Freiburger Hochschulen. Sofern es unsere Kapazitäten zulassen, können wir aber auch Ausnahmen machen und Leute beraten, für die rechtlicher Rat sonst nicht zu erreichen wäre.
Wir sind quasi ausschließlich im Zivilrecht tätig, könnten theoretisch aber auch in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beraten. Allerdings benötigt selten jemand in diesem Bereich unsere Hilfe. Hauptsächlich handelt es sich um Miet-, Arbeits-, Urheber- oder Verbraucherprivatrecht.

Wie sieht ein typischer Fall aus, den Ihr bearbeitet?


Typische Fälle können sein, dass der Lohn des Ferienjobs noch aussteht, die WG eine Abmahnung wegen illegalem Streaming bekommen hat oder der Vermieter die Kaution nicht zurückzahlen möchte.

Was gefällt Euch an eurer Arbeit besonders gut?


Ganz klar die praktische Komponente. Die Möglichkeit zu haben, das theoretische Wissen in der Realität anzuwenden und nicht bloß im Rahmen einer Klausur oder Hausarbeit macht Spaß und man lernt viel dazu. Idealer Weise können wir so auch noch anderen Menschen helfen, eine klassische Win-Win-Situation also.

Was die Vorstandsarbeit betrifft, die Gelegenheit, die Organisation der verschiedenen Abläufe aber auch die Gestaltung der Zukunft des Vereins.

Welchen persönlichen Mehrwert seht Ihr in Eurem Engagement?


Es bereitet uns auf die Praxis am Ende des Studiums vor. Die Hauptaufgabe besteht dann darin, den Sachverhalt genau aufzuarbeiten und zu entscheiden, was wie verwendet werden könnte. Das lernen wir schon jetzt. Zudem eignet man sich neues Wissen an und vertieft bereits vorhandenes im Zuge einer Fallbearbeitung.

Wie gelingt es Euch, das zeitaufwendige Studium und Euer Engagement zu vereinbaren?


Durch Arbeitsteilung. Bei einer Fallbearbeitung wird die Arbeit innerhalb des Teams auf zwei bis vier Leute verteilt. Außerdem nimmt es weniger Zeit in Anspruch als man denkt. Je nach Komplexität des Falles handelt es sich nur um insgesamt ca. 5-7h.

Bei unserer Vorstandsarbeit ist es ähnlich. Jeder betreut ein bestimmtes Ressort. Zudem variiert die Arbeitsbelastung auch je nach Anzahl der Fallanfragen etc., wodurch es immer wieder Momente zum Verschnaufen gibt.

Ein Blick hinter die Kulissen: Wie sieht Euer Vereinsleben aus?


Einmal im Monat findet ein Stammtisch statt, zu dem nicht nur Mitglieder, sondern auch Interessierte kommen können, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen oder Fragen zu stellen. Zusammen mit unserem Kooperationsparter Freiburg Legal Clinics finden zudem regelmäßig Workshops mit anschließendem Stehempfang statt. Außerdem organisieren wir größere Feste wie eine Neujahrsfeier oder Sommerfest und nehmen an Veranstaltungen wie beispielsweise dem Fakultätsfußballturnier teil.

Was muss man mitbringen, um Euch als Rechtsberater zu unterstützen?


Motivation und Spaß daran, anderen zu helfen. Außerdem muss der „kleine“ Schein im Zivilrecht erfolgreich absolviert worden sein.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!