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Veröffentlicht am 03.02.2026

Motivation im Jurastudium: Was kannst Du tun, wenn Deine Lernmotivation aktuell fehlt?

Offene Bücher, voller Schreibtisch und trotzdem keine Motivation? Gerade zum Jahresbeginn ist dieses Gefühl im Jurastudium weit verbreitet. Carmen Schön erklärt, warum Demotivation normal ist und wie Du wieder Struktur, Fokus und Zuversicht in Deinen Lernalltag bringst.

Kennst Du dieses GefĂĽhl - gerade zum Start des neuen Jahres?

Deine BĂĽcher liegen aufgeschlagen vor Dir, der Stoff tĂĽrmt sich – und trotzdem fehlt Dir jede Motivation, weiterzulernen. 

Die freien Tage zwischen den Jahren haben Abstand geschaffen und insgesamt hast Du Deine Lernmotivation heruntergefahren. Hinzu zweifelst Du manchmal am Studium, bist erschöpft oder schlicht ĂĽberfordert. Das ist im Jurastudium keine Ausnahme, sondern eher die Regel. 

Aber nun kommt die gute Nachricht: Demotivation ist kein Zeichen von Deiner Ungeeignetheit fĂĽr das Studium, sondern ein ganz normaler Teil Deines anspruchsvollen Lernprozesses. Es geht darum, das zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten. Was kannst Du tun?

1. Demotivation verstehen statt bekämpfen

Bevor Du versucht, Dich „zusammenzureißen“, lohnt ein kurzer Blick auf die Ursache Deiner Demotivation. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass Du:

  • Ăśberfordert bist durch die Stoffmenge und Komplexität

  • Keine kurzfristigen Erfolgserlebnisse hast

  • Dich ständig mit anderen vergleichst

  • Erschöpft oder mental mĂĽde bist

Demotivation ist daher oft ein Signal Deines Körpers und Kopfes, einen Gang zurückzuschalten oder Deinen Lernansatz zu verändern – aber nicht aufzuhören, dran zu bleiben.

2. Den Fokus verkleinern

Dein Jurastudium wirkt auf Dich besonders belastend, weil Dir alles gleichzeitig wichtig erscheint. Hilfreich ist es, den Fokus bewusst zu verkleinern. Das bedeutet, versuche nicht „Öffentliches Recht zu beherrschen“, sondern, versuche heute eine Anspruchsgrundlage zu verstehen. Lerne nicht „für das Examen“, sondern löse 45 Minuten konzentriert einen Fall.

Kleine, klar definierte Ziele sind deutlich motivierender fĂĽr Dich als groĂźe, abstrakte Vorhaben.

3. Lernen anders organisieren

Motivationsprobleme sind häufig ein Zeichen dafür, dass Deine bisherige Lernmethode nicht (mehr) passt. Besser ist es für Dich aktiv zu Lernen anstatt Lesen zu betreiben (also z.B. Fälle lösen, skizzieren, laut erklären). Zeitlich begrenzte Lerneinheiten (z. B. 30–50 Minuten) einzuplanen oder manchmal die Lernumgebung zu wechseln (Bibliothek, Café, anderer Raum).

Oft kehrt Motivation zurück, sobald Du wieder das Gefühl hast, tatsächlich etwas zu verstehen.

4. Den Vergleich mit anderen beenden

Uns nun kommt ein sehr wichtiger Punkt - vergleiche Dich nicht mit anderen. Denn jede Lernbiografie ist unterschiedlich, sichtbarer Fleiß sagt nichts über langfristigen Erfolg aus und viele Kommilitoninnen und Kommilitonen fühlen sich ähnlich unsicher. Der wichtigste Vergleich ist nicht mit anderen, sondern mit dem eigenen Lernstand von gestern.

5. Sinn und Ziel wieder sichtbar machen

In Phasen der Demotivation hilft es auch, dass Du Dir bewusst machst, warum Du Dich für Jura entschieden hast und was Du später mit diesem Studium tun möchtest.

6. Pausen sind kein Versagen

Dauerhafte Motivation ist unrealistisch. Produktiv bleibst Du, wen Du Pausen zulässt. Also z.B.:

  • bewusste lernfreie Zeiten planst

  • Sport, Bewegung, soziale Kontakte lebst

  • Dir ausreichend Schlaf gönnst.

Erholung ist kein Gegensatz zum Lernerfolg, sondern dessen Voraussetzung.

Also denke immer daran - Demotivation im Jurastudium ist normal und kein Zeichen von Schwäche. Entscheidend ist nicht, immer motiviert zu sein, sondern zu wissen, wie Du mit Tiefphasen umgehst. Wer den Fokus verkleinert, Lernmethoden anpasst, Vergleiche reduziert und sich Pausen erlaubt, findet meist Schritt fĂĽr Schritt zurĂĽck in einen konstruktiven Lernrhythmus. 

In diesem Sinne wĂĽnsche ich Dir einen guten Start in 2026!