Veröffentlicht am 09.01.2025
Als Nachwuchsjurist:in mit Leichtigkeit ins GesprĂ€ch kommen: Erfolgstipps fĂŒr einen gelungenen Small Talk
Small Talk als Karriereturbo: âLockere GesprĂ€cheâ bewirken oft mehr als Fachwissen
Auch wenn es mitunter ĂŒberrascht: In juristischen Berufen kommt es nicht allein auf die Fachkompetenz an, sondern darauf âmit Menschen zu könnenâ. Wie gut man mit Menschen kann, zeigt sich vor allem in GesprĂ€chssituationen, in denen Small Talk gefragt ist.
Small Talk ist ein effektiver TĂŒröffner beim Networking. Wer souverĂ€n und locker plaudern kann, wird hĂ€ufiger angesprochen, eingeladen und bleibt lĂ€nger in guter Erinnerung.
Die Kunst des âkleinen GesprĂ€chsâ ist daher weit mehr als bloĂe Unterhaltung â sie beeinflusst die berufliche Entwicklung positiv. Oft bewirkt ein kurzer Austausch mit Vorgesetzten, etwa in der KaffeekĂŒche oder im Fahrstuhl, mehr fĂŒr die Karriere als wochenlange (Mehr-)Arbeit. Kein Wunder also, dass Menschen, die Small Talk beherrschen, eher eingestellt und hĂ€ufiger befördert werden.
Der SchlĂŒssel zu gutem Small Talk: Es zĂ€hlt nicht, was du sagst, sondern wie du es sagst
Viele Nachwuchsjurist:innen stehen in Small-Talk-Momenten unter dem Druck, etwas Kluges zu sagen und einen guten Eindruck hinterlassen zu mĂŒssen. Denn es scheint so, dass jede:r nur eines im Blick hat: Welche Themen funktionieren und erleichtern somit eine beinahe mĂŒhelose Kommunikation?
Hierzu muss ich dich leider enttĂ€uschen: Fragen oder Themen, die beim Small Talk immer passen, gibt es nicht. SchlieĂlich weiĂ niemand, auf welche Person du in welchem Setting treffen wirst. SituationsabhĂ€ngig kann folglich beinahe jedes Thema ein gutes oder ein schlechtes sein.
Auch wenn es schwerfĂ€llt, das zu glauben. Die Erfahrung zeigt: FĂŒr den ersten Eindruck ist nicht entscheidend, was du sagst, sondern wie du etwas sagst.
Viel wichtiger als der eigentliche GesprĂ€chsinhalt ist eine kommunikationsstarke, innere Haltung, das tatsĂ€chliche Auftreten (Körpersprache, Stimme usw.) und echtes Interesse am GegenĂŒber. SchlieĂlich beginnt guter Small Talk regelmĂ€Ăig bereits weit vor dem ersten gesprochenen Wort.
Dein Name und eine Frage: So gelingt ein guter GesprÀchseinstieg
Der ideale GesprĂ€chseinstieg ist regelmĂ€Ăig deine namentliche Vorstellung: âGuten Tag, mein Name ist ...â.
Im Anschluss kannst du mit einer offenen Frage bspw. âWie sind Sie auf diese Veranstaltung gekommen?â oder âWas hat Sie heute hierhergefĂŒhrt?â in den Austausch starten. Solche Fragen geben deinem GegenĂŒber die Möglichkeit, mehr als nur den eigenen Namen preiszugeben.
Lass dich bereits von GesprĂ€chsbeginn an von deiner Neugier leiten und nutze die aktuelle Situation oder das Umfeld als Inspiration fĂŒr deine Fragen. Indem du echtes Interesse an deinem GesprĂ€chspartner zeigst, legst du den Grundstein fĂŒr einen authentischen und bereichernden Dialog.
GesprÀche am Laufen halten: Einfach zuhören und neugierig sein
Du willst das GesprĂ€ch ohne viel MĂŒhe am Laufen halten? Dann richte deine volle Aufmerksamkeit auf deine:n GesprĂ€chspartner:in, solange diese:r deine Frage beantwortet.
Höre einfach nur zu, wenn diese:r spricht. Denke nicht gleichzeitig auch darĂŒber nach, was du direkt antworten oder welche Frage du danach stellen könntest. Das verursacht dir nur unnötigen Stress. Mache es dir leicht: Kultiviere deine Neugier! Denn eine interessierte und damit interessante Person bleibt auch so in Erinnerung.
Vom Small Talk zu echtem Austausch: So legst du den Grundstein fĂŒr FolgegesprĂ€che
Willst du immer hĂ€ufiger das GefĂŒhl haben: âHey, das GesprĂ€ch lĂ€uft.â? Dann achte verstĂ€rkt darauf, dass ihr euch beide wohlfĂŒhlt.
Fokussiere dich beim Austausch nicht allein auf die andere Person, sondern auch auf das Entdecken möglicher Gemeinsamkeiten. SchlieĂlich geht es im kleinen GesprĂ€ch vor allem darum, die âSympathiepunkteâ zu klĂ€ren und die Gegebenheiten fĂŒr einen möglichen weiteren, ggfs. auch ausfĂŒhrlicheren Austausch zu bestimmen. Auch als Berufseinsteiger:in solltest du dafĂŒr bereits beim lockeren ErstgesprĂ€ch AnknĂŒpfungspunkte bieten.
Mehr als nur Namen austauschen: Small Talk bedeutet gegenseitige Interaktion
Small Talk ist ein Dialog, kein Monolog. Bringe dich aktiv ein und stelle dich deinem GegenĂŒber mehr als nur namentlich vor.
Stelle nicht nur Fragen. Mache dich frei davon, dass du noch am Anfang deiner beruflichen Karriere stehst. Sprich also ĂŒber dich, dein Know-how, deine individuellen StĂ€rken, deine Interessen usw. Ganz besonders dann, wenn dein GegenĂŒber ein:e Vielredner:in ist. SchlieĂlich will jede:r mit Blick auf einen möglichen zukĂŒnftigen Austausch bereits beim ersten Mal wissen: âWhat`s in for me?â.
Hilfreiche Tipps fĂŒr strategisches Selbstmarketing (nicht nur) im Arbeitsalltag oder Kanzleiumfeld und zwar, ohne dabei stĂ€ndig von deinen Erfolgen und FĂ€higkeiten reden zu mĂŒssen, findest du hier.
Das alles klingt vielleicht nach einer groĂen Herausforderung? Doch keine Sorge â es ist gar nicht so schwer, wie es zunĂ€chst scheint! NatĂŒrlich erfordert es ein wenig Ăbung, aber die kannst du jederzeit in deinem (Arbeits-)Alltag sammeln. Jeden Tag begegnen dir zahlreiche Gelegenheiten, bei denen du Small Talk ĂŒben kannst â sei es mit Mandant:innen, Vorgesetzten oder sogar in informellen GesprĂ€chen mit Kolleg:innen beim Kaffee oder in der Mittagspause. Vorausgesetzt, du willst ⊠đ
Zur Autorin:
Die AnwĂ€ltin Dr. Anja SchĂ€fer ist Expertin fĂŒr Networking & Female Leadership in Kanzleien. Als Karrierementorin unterstĂŒtzt sie exklusiv Jurist:innen in puncto Personal Branding, Netzwerkaufbau und Sichtbarkeit als Expert:in sowie zur strategischen Ausrichtung bei beruflicher Neu- oder Umorientierung und spricht ĂŒber diese Themen in ihrem âJuristinnen machen Karriere! Podcastâ.
Zum Podcast: www.juristinnen-machen-karriere.de
