Veröffentlicht am 26.08.2019

Auf den Spuren von Russell Baker und John McKenzie

1948 sollen sich Russell Baker und John McKenzie in Chicago zufällig ein Taxi geteilt haben. Bereits ein Jahr später legten sie den Grundstein für ihre gemeinsame Vision einer internationalen Anwaltskanzlei: Sie gründeten Baker McKenzie –  mit vier Anwälten und einer Sektretärin. Mittlerweile erstreckt sich das Netzwerk der Kanzlei über 78 Städte rund um den Globus.

Als Mentee konnte ich bereits seit rund zwei Jahren zahlreiche positive Erfahrungen in der Kanzlei sammeln. Als ich den Entschluss fasste, die letzte Station meines Referendariats im Ausland zu verbringen, stand ich vor der Entscheidung, wo es hingehen sollte. Meine Wahl fiel auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und in die Stadt, in der Baker McKenzie seinen Anfang fand - auf die USA, auf Chicago.

Um einen Einblick in die Arbeitsweise sowohl in Deutschland als auch in den USA zu gewinnen, wurde meine Wahlstation geteilt: zwei Monate in Chicago, einen Monat in Düsseldorf. Die Planung und Organisation meines Aufenthalts in Chicago verlief unkompliziert und die Kanzlei hat mich hierbei sehr unterstützt. Einen Tag für einen Ausflug nach Berlin, Frankfurt oder München sollte ich einplanen, um ein Visum für meinen Aufenthalt in den USA in die Wege zu leiten. Kurzfristig fand ich eine relativ günstige Wohnung über einen Online-Anbieter von Wohnungen. Der Dresscode (dress for your day) erlaubte es, viel Platz im Koffer zu sparen und nur einen Anzug einzupacken. Smart reicht in den USA im Kanzleialltag aus.


A German Summer Associate?

In Chicago selbst wurde ich sehr freundlich empfangen und war Teil der Praxisgruppe Corporate & Securities. Ich arbeitete an einigen Projekten in verschiedenen Phasen einer Transaktion mit, sei es bei der Umbenennung gekaufter Unternehmen oder bei der Umwandlung einer Corporation in eine Michigan LLC. Besondere Freude bereitete es mir, auch mit KollegInnen anderer Länder zusammenzuarbeiten und die Rechtslage zu Einzelproblemen etwa in Hongkong oder Südafrika zu erfragen, zu verarbeiten und den E-Mail-Verkehr zu koordinieren.

Kurz: Meine Arbeit in Chicago war sehr abwechslungsreich und interessant. Mit Fach- und Verständnisfragen konnte ich mich jederzeit an meinen Mentor wenden und auch an andere Teammitglieder. Wenn mich meine KollegInnen in den USA fragten, welche Position ich in der Kanzlei innehabe, lautete meine Antwort: Ich bin das deutsche Äquivalent zu einem Summer Associate. Ich hatte das Glück, dass meine Zeit in Chicago sich mit der des Summer Associate Programs überschnitt. Im Rahmen dieses Programms lädt die Kanzlei jährlich fortgeschrittene JurastudentInnen ein, um zehn Wochen lang die Kanzlei und ihre Praxisgruppen kennenzulernen. Zum Abschluss erhielten alle TeilnehmerInnen in diesem Jahr  Angebote, im kommenden Jahr als Associates einzusteigen. Für mich als Rechtsreferendar ermöglichte das Programm vor allem, an den zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen wie der Besuch on Baseballspielen, Rooftop-Bars, Restaurants, Korean BBQ und Karaoke, oder der Teilnahme an Kochwettbewerben. Diese Events fanden anlässlich des Programms statt. So fand ich zügig Anschluss und knüpfte Kontakte über die eigene Praxisgruppe hinaus.

 

Hervorheben möchte ich auch das tolle Pro Bono Engagement der Kanzlei, in das man als Referendar eingebunden wird und das sich z.B. über Projekte wie Seeking justice for those Crossing Borders, Advocating for LGBTQ rights und Children's Advocacy erstreckt. Je nach Interesse und Kapazität ist jede Hand herzlich willkommen.

Chicago: Summer Time Chi

Nach Büroschluss und am Wochenende kommt in Chicago auch das Freizeitangebot  nicht zu kurz: Der Sommer in Chicago ist herrlich. Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten in Chicago, wie das Cloud Gate oder The Bean, Navy Pear und Buckingham Fountain, bietet die Stadt im Sommer zahlreiche Straßenfeste. Mein Favorit war Taste of Chicago, für das eigens die Straßen rund um den zentral gelegenen Millennium Park abgesperrt werden. Besucher haben dort Gelegenheit, die Speisen von über 80 Restaurants der Stadt zu probieren. Ein Muss sind die berühmten Deep-dish Pizzen und Chicago-style Hot Dogs. Ebenso hervorragend sind die im Sommer wöchentlich stattfindenden kostenlosen Konzerte im Millennium Park. Der frei zugängliche Jay Pritzker Pavilion befindet sich nur wenige Gehminuten vom Kanzleibüro entfernt. Das Büro selbst bietet ohnehin eine der besten Aussichten der Stadt - den Eintrittspreis zu Aussichtsplattformen kann man sich also getrost sparen.Meine Zeit in Chicago wird mir in guter Erinnerung bleiben. Jedem, der mit dem Gedanken einer Station im Ausland spielt, kann ich das Büro in Chicago empfehlen, vor allem in den Sommermonaten.



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