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Veröffentlicht am 11.06.2019

So wehrt Ihr Euch gegen unfaire Kollegen

Man mag es eigentlich gar nicht so offen aussprechen, aber die RealitĂ€t zeigt, dass es nicht nur nette und kollegiale Mitstreiter gibt. Da Ihr den ganzen Tag Zeit mit Euren Kollegen verbringt und die meisten Arbeitsergebnisse im Teamwork entstehen, ist es aber von entscheidender Bedeutung, dass Ihr mit jedem einen guten Umgang und Weg der Zusammenarbeit findet. Welche „unkollegialen“ ZĂŒge kann es geben und was tut Ihr dann ganz genau, um dennoch die Zusammenarbeit angenehm zu gestalten? Gute Tipps hierzu gibt Euch Managementberater und Juristencoach Carmen Schön.

1. Die Delegation der Arbeit an andere
Sicher sind die meisten Juristen sehr fleißig und ehrgeizig. Aber es gibt auch den einen oder anderen, der ganz genau schaut, dass er nicht zu viel arbeitet. Da werden ArbeitsauftrĂ€ge schnell im Team weiter verteilt. ZunĂ€chst fĂŒhlt Ihr Euch vielleicht geschmeichelt, dass Ihr als Experte ausgewĂ€hlt werdet. Irgendwann bemerkt Ihr dann aber, dass die Arbeitslast sehr ungerecht verteilt ist.

2. Sich bei dem Partner in den Vordergrund rĂŒcken
Ärgert Ihr Euch auch manchmal darĂŒber, dass der ein oder andere Kollege sich in den tĂ€glichen bzw. wöchentlich stattfindenden Besprechungen immer sehr in den Vordergrund rĂŒckt und mit seinem Erfolgen „prahlt“?
Sicher, Selbstmarketing ist wichtig und man kann gar nicht frĂŒh genug damit anfangen, seine Erfolge auch sichtbar zu machen. Es wird aber unangenehm, wenn immer nur einer redet oder sich vielleicht sogar mit fremden Federn schmĂŒckt und Erfolge zeigt, die er selbst gar nicht zu verantworten hat.

3. Andere Kollegen beim Partner schlechtmachen
Eine auch sehr unangenehme Erfahrung ist es, wenn Euch ein Kollege bei einem Partner schlechtmacht. Vielleicht berichtet er ĂŒber die Art und Weise wie Ihr arbeitet oder Euch gegenĂŒber Mandanten verhaltet und hat Euch selbst noch nie darĂŒber informiert, dass er mit Eurer Arbeit nicht zufrieden ist. Nun geht er mit dieser Nachricht aber direkt zum Chef und macht Euch „schlecht“.
Sicher gibt es noch weitere unkollegiale Situationen. Aber bleiben wir zunÀchst bei diesen genannten. Was genau solltet Ihr nun tun, um Euch zu wehren?
Im ersten Schritt solltet Ihr zunĂ€chst immer versuchen, den Konflikt mit der Person zu klĂ€ren, die es betrifft. Stellt Ihr also fest, dass ein Kollege eines der oben genannten Handlungen vornimmt, dann solltet Ihr das direkte GesprĂ€ch mit ihm suchen. Im besten Fall ist ihm selbst gar nicht klar, was genau er gerademacht und hat gar nicht das GefĂŒhl, unkollegial zu handeln.
Sucht Euch fĂŒr das GesprĂ€ch einen ruhigen Raum und versucht aus der „Ich“ Position heraus zu beschreiben, was genau Ihr wahrgenommen habt. Nennt dabei klare Beispiele und stellt dar, wie genau sich was fĂŒr Euch Ă€ndern sollte, damit Ihr zufrieden seid. Beispiel: „Stefan, ich habe wahrgenommen, dass Du in der Mandatsarbeit immer viele Aufgaben an mich delegierst, die Du direkt vom Partner ĂŒbertragen bekommen hast. Das fĂŒhrt dazu, dass ich mit dem Arbeitsaufkommen deutlich ĂŒberlastet bin. Ich möchte zukĂŒnftig mit Dir und dem Partner kurz darĂŒber sprechen, falls Du wieder Aufgaben an mich abgeben möchtest. Dann soll gerne der Partner entscheiden, wie ich meine KapazitĂ€ten ausfĂŒlle.“
Solltet Ihr bei Eurem Kollegen kein Gehör finden, dann könnt Ihr auch Eure Kollegen bitten, ein Ă€hnliches Feedback abzugeben. Vielleicht braucht Euer Mitstreiter von mehreren ein Feedback, um die Kritik auch annehmen zu können. Sollten Eure Kollegen hierzu aber nicht bereit sein und die Situation sich nicht Ă€ndern, dann bleibt Euch gar nichts anderes ĂŒbrig, als den Partner mit einzubeziehen.
Vereinbart mit dem Partner ein GesprĂ€ch zu zweit und schildert die Situation. Stellt dabei deutlich heraus, dass Ihr nicht unfair handeln möchtet, sondern gemeinsam mit dem Partner einen Weg suchen möchtet, der die Kritik in einer kollegialen Form herĂŒberbringt.
In den meisten FÀllen wird der Partner dann ein GesprÀch zu Dritt vorschlagen, da er ja direkt die Situation nicht erlebt hat und Euch braucht, um dem Kollegen ein differenziertes Feedback zu geben.
Sicher, das ist alles andere als angenehm. Beachtet dabei aber bitte immer, dass es in Eurem Arbeitsleben immer wieder Situationen geben wird, in denen Ihr Kritik in einer angemessenen Form Ă€ußern mĂŒsst. Tut Ihr dieses nicht, dann kann sich eine Situation verfestigen, in der Ihr Euch ĂŒberhaupt nicht wohl fĂŒhlt.
Daher – wehret den AnfĂ€ngen, stellt klar, was genau Ihr möchtet und gebt Eurem Kollegen auch die Chance, sich selbst zu reflektieren und weiter zu entwickeln.

Viel Erfolg und Mut bei Euren kommenden KritikgesprÀchen!