Veröffentlicht am 13.03.2017
So punktest Du im Bewerbungsgespräch

Sie sind zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden? Herzlichen Glückwunsch, dann haben Sie die erste Hürde bereits genommen. Ihr potentieller neuer Arbeitgeber hat Sie aufgrund Ihrer Unterlagen in die engere Auswahl genommen. Das ist eine sehr gute Nachricht und sollte Sie stärken! Weiter so!
Nun gilt es, auch das Bewerbungsgespräch erfolgreich zu meistern. Hier wird nicht nur nach Aktenlage entschieden; vielmehr möchte Ihr potentieller Arbeitgeber jetzt wissen, wer genau Sie sind und was Sie ausmacht. Sie stellen Ihre Persönlichkeit dar und es soll überprüft werden, ob die gegenseitige Chemie passend ist. Aber wie genau können Sie sich auf das Gespräch vorbereiten? Sicher gibt es viele gute Ratgeber, die Sie lesen können. Folgende Punkte sollten Sie aber auf jeden Fall bedenken:
1. Organisatorisches und Zahlen, Daten, Fakten
Es versteht sich von selbst, dass Sie ausgeschlafen, in adäquater Kleidung und mit Pufferzeit Ihre Reise antreten sollten. Inhaltlich sind Sie gut vorbereitet, wenn Sie:
Grundsätzliche Informationen über Ihren Arbeitgeber gesammelt haben
- Schauen Sie sich die Website an und lesen Sie aktuelle Pressemitteilungen
- Verstehen Sie die Struktur und den Aufbau des Unternehmens (wenn möglich)
Das Bewerbungsgespräch einmal vorab durchgespielt haben
- Vielleicht simulieren Sie das Gespräch einmal mit Ihren Freunden
- Auf jeden Fall sollten Sie es in Gedanken einmal durchspielen
Mit Selbstbewusstsein und positiver Stimmung in das Gespräch gehen
- Freuen Sie sich auf die Möglichkeit, sich vorstellen zu dürfen
- Jedes Gespräch macht Sie schlauer und hilft Ihnen in Ihrer Entscheidungsfindung
2. Es geht los – der erste Eindruck zählt
Machen Sie einen ersten sympathischen Eindruck, indem Sie Ihrem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen sehen, sich deutlich vorstellen und einen festen Händedruck erwidern. Versuchen Sie, dabei entspannt zu lächeln und eine positive Grundstimmung auszustrahlen. Die meisten Bewerbungsgespräche laufen immer nach folgendem Schema ab. Hierbei habe ich einige klassische Fallstricke erwähnt, die Sie vermeiden sollten:
Alle am Tisch stellen sich kurz vor
- Unterbrechen Sie die anderen nicht und halten Blickkontakt
- Wenn möglich, stellen Sie Nachfragen
- Gucken Sie nicht gelangweilt aus dem Fenster oder im Raum umher
Sie werden gebeten, sich selbst und Ihre Vita kurz einmal zu erläutern
- Berichten Sie nicht über jede Einzelheit – ca. 10 Minuten sollten ausreichen
- Lücken und Unstimmigkeiten in der Vita müssen Sie erläutern können
- Häufige Job- oder Studienwechsel werden oft nachgefragt
- Die Motivation Ihrer Karriereschritte sollte nachvollziehbar sein
Sie werden gebeten, einige Stärken und Schwächen zu nennen
- Nehmen Sie nicht die klassischen Beispiele aus „Hesse-Schrader“
- Untermauern Sie Ihre Stärken und Schwächen mit konkreten Beispielen
- Seien Sie nicht zu ehrlich – öfter Zuspätkommen ist z.B. ein „No-Go“
Ihre Motivation für diese Bewerbung wird erfragt
- Antworten Sie nicht, dass Sie sich bei vielen parallel beworben haben
- Ausreichend ist auch nicht, dass Sie das Unternehmen spannend finden
- Überlegen Sie, WAS ganz genau interessiert Sie an dem Arbeitgeber?
Ihr Arbeitgeber interessiert sich für Ihr Karriereziel in den nächsten Jahren
- Antworten Sie nicht, dass sich das schon finden wird
- Machen Sie nicht Ihrem möglichen Chef den Job streitig (ich möchte Ihren Job)
Sie werden gebeten, Ihre Vorstellung von dem potentiellen Job zu beschreiben
- Auch wenn Sie nur raten können, versuchen Sie ein realistisches Bild zu skizzieren, gar keine Vorstellung zu haben, wird nicht positiv aufgenommen
Ihr Arbeitgeber stellt sich und seine Erwartungen vor
- Hören Sie aufmerksam und interessiert zu und stellen Nachfragen
Eventuell wird über das Wunschgehalt und die nächsten Schritte gesprochen
- Gehen Sie mit einer konkreten Gehaltsvorstellung in das Gesprächen
- Bereiten Sie sich darauf vor, einen Startzeitpunkt zu benennen
- Es ist vollkommen in Ordnung, das Sie andere Bewerbungen laufen haben – das dürfen Sie auch erzählen
Verabschiedung
- Bleiben Sie bis zur letzten Minute wach und aufmerksam
- Schalten Sie Ihr Handy erst wieder an, wenn Sie das Gebäude verlassen haben
- Bedanken Sie sich für die Zeit und die Möglichkeit, sich vorstellen zu dürfen
3. Und wenn es gar nicht passt
Selbst wenn Sie im Gespräch schon merken, dass der Job für Sie nicht in Frage kommt (weil es inhaltlich oder auch persönlich nicht passt), sollten Sie das Gespräch professionell und mit Wertschätzung dem anderen Gegenüber durchführen. Sie wissen nie, wann Sie sich noch einmal begegnen werden und vielleicht ist dieser Job nicht spannend, aber eine andere spätere Position in diesem Unternehmen – diese Chance sollten Sie sich nicht verbauen!
Viel Erfolg!