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Veröffentlicht am 20.02.2026

Schlechte Note in der Jura-Klausur – was kannst Du jetzt tun?

Eine schlechte Jura-Klausur fühlt sich mies an. Wie Du Rückschläge smart analysierst, Deine Lernstrategie neu ausrichtest und mit frischem Fokus durchstartest, zeigt Dir Juristencoach Carmen Schön von SCHOEN Managementberatung in ihrem neuen Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!

Eine schlechte Note in einer Jura-Klausur trifft Dich natĂĽrlich hart. Denn Dein Jurastudium lebt von Leistungsnachweisen, und schnell entsteht das GefĂĽhl, man sei „nicht gut genug“ oder habe grundsätzlich etwas falsch gemacht. 

Doch eine schlechte Note ist kein Urteil über Deine eigene Eignung als Jurist*in – sie ist ein Signal und zugleich eine Chance für Dich, gezielt besser zu werden. Was kannst Du jetzt also tun?

1. Abstand nehmen – Emotionen ernst nehmen, aber nicht entscheiden lassen

Der erste Impuls nach einer schlechten Note ist oft Frust, Selbstzweifel oder sogar Resignation. Diese GefĂĽhle sind normal und dĂĽrfen da sein. 

Wichtig ist jedoch, dass Du nicht sofort Konsequenzen ziehst („Jura ist nichts für mich“), sondern Dir bewusst Zeit gibst. Eine einzelne Klausur sagt wenig über Dein langfristiges Potenzial aus – gerade im Jura-Studium, in dem viele erst spät ihren „Durchbruch“ haben.

2. Analyse statt SelbstvorwĂĽrfe

Der entscheidende Schritt zur Verbesserung ist jetzt Deine ehrliche und sachliche Klausuranalyse. Dabei helfen Dir Fragen wie:

  • Lag das Problem am materiellen Recht (WissenslĂĽcken)?

  • An der Falllösungstechnik (Aufbau, Gutachtenstil)?

  • Am Zeitmanagement oder PrĂĽfungsstress?

Wenn möglich, solltest Du die Klausur mit einem Tutor/Tutorin, in der AG oder bei der Klausureinsicht durchgehen. Ziel ist nicht, Fehler zu beklagen, sondern Deine Muster zu erkennen, um sie künftig zu vermeiden.

3. Lernstrategie ĂĽberprĂĽfen und anpassen

Viele schlechte Noten entstehen nicht durch mangelnden FleiĂź, sondern durch ineffektive Lernmethoden. Jura erfordert aktives Lernen:

  • Fälle lösen statt nur lesen

  • Strukturen verstehen statt auswendig lernen

  • Regelmäßige Wiederholung 

Manchmal hilft es auch, dass Du Lernmaterialien wechselst oder Dich einer Lerngruppe anschlieĂźt, um andere Herangehensweisen kennenzulernen.

4. Motivation neu definieren

Motivation kommt selten von allein – sie entsteht durch realistische Ziele. Statt „Ich will eine sehr gute Note schreiben“ kann Dein Ziel sein:

„Ich möchte den Gutachtenstil sicher beherrschen“ oder „Ich will jeden Fehler aus dieser Klausur nicht noch einmal machen.“ Jeder kleine Fortschritt zählt und baut neues Selbstvertrauen auf.

5. Hilfe annehmen – kein Zeichen von Schwäche

AG-Leiter*innen, Repetitorien, universitäre Beratungsangebote oder erfahrene Kommiliton*innen sind für Dich wertvolle Ressourcen. Jura ist kein Einzelkampf. Wer Unterstützung sucht, handelt professionell – genau wie später im Berufsleben.

Lerne also, Hilfe zu suchen und diese auch anzunehmen.

6. Den Blick nach vorne richten

Fast jede erfolgreiche Juristin und jeder erfolgreiche Jurist hat im Studium schlechte Noten erlebt. Entscheidend ist nicht der Rückschlag, sondern der Umgang damit. Wer aus einer schlechten Klausur lernt, geht oft gestärkt in die nächste – fachlich und mental.

Also: Eine schlechte Note ist kein Ende, sondern ein Wendepunkt. Mit Analyse, Anpassung der Lernstrategie und neuem Fokus kann sie zum Ausgangspunkt fĂĽr echte Verbesserung werden. 

Ich wĂĽnsche Dir viel GlĂĽck!