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Veröffentlicht am 19.02.2026

Personal Branding Trends 2026: Strategien für mehr Sichtbarkeit beim Berufseinstieg als Anwält*in

Was braucht es für einen erfolgreichen Start in den Anwaltsberuf? Karrierecoach und Anwältin Dr. Anja Schäfer erklärt, warum frühe Positionierung, Persönlichkeit und bewusste Sichtbarkeit entscheidende Karrierehebel sind – und wie Du als Berufseinsteiger*innen mit Personal Branding strategisch Deinen eigenen Weg gestalten kannst.

Der Einstieg in den Anwaltsberuf ist herausfordernd: neue Rollen, hohe Erwartungen, komplexe Strukturen. Fachlich bist Du gut ausgebildet – doch 2026 entscheidet längst nicht mehr nur juristisches Können über Deinen weiteren Weg. Eine digitale Sichtbarkeit (vor allem über die Plattform LinkedIn), eine klare Positionierung des persönlichen Know-hows und der eigenen Persönlichkeit werden zu zentralen Erfolgsfaktoren, gerade für Berufseinsteiger*innen.

Personal Branding ist dabei kein Selbstmarketing im Sinne von „laut sein um jeden Preis“. Es geht darum, bewusst zu steuern, wie Du wahrgenommen wirst, wofür Du stehst und mit welchen Themen man Dich verbinden soll. Wer früh damit beginnt, verschafft sich einen echten Vorsprung. Diese drei Personal-Branding-Trends prägen das Jahr 2026 – und zeigen Dir, wie Du strategisch sichtbar wirst.

 

Trend 1: Positionierung beginnt früher – auch ohne einen entsprechenden Titel

Ein weitverbreiteter Irrglaube hält sich hartnäckig: Erst wer Fachanwält*in, Senior Associate oder gar Counsel ist, könne sich positionieren.

2026 gilt das Gegenteil. Personal Branding beginnt nicht mit dem Erreichen einer bestimmten Qualifikation oder dem entsprechenden Fokus auf ein konkretes Karriereziel, sondern ist eine Frage der Haltung.

Gerade als Berufseinsteiger*in entwickelt sich Deine Spezialisierung erst. Trotzdem kannst Du Dich bereits jetzt klar ausrichten:

• Was interessiert Dich besonders am Anwaltsberuf oder der Mandatsarbeit?

• Welche Rechtsgebiete, Branchen oder Schnittstellen reizen Dich?

• Welche (nicht nur juristischen) Themen tauchen immer wieder in Deiner juristischen Arbeit oder auch bei einem Ehrenamt auf?

Eine gute Positionierung ist nicht statisch, sondern perspektivisch. Sie wächst mit Deiner Erfahrung. Entscheidend ist, dass Du Dir Deiner individuellen Stärken und intrinsischen Motive bewusst wirst und diese nach außen kommunizierst. So verstehen andere früh, wofür Du stehst – und wofür nicht.

Wichtig dabei: Positionierung passiert immer von innen nach außen. Sie beginnt mit Selbstreflexion und endet bei klarer Kommunikation. Wer das versäumt, überlässt sein berufliches Profil dem Zufall.

 

Trend 2: Persönlichkeit wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal

Fachwissen ist wichtig – aber schon lange nicht mehr ausreichend. In Zeiten von Automatisierung und KI wird Vertrauen zur Schlüsselwährung. Und Vertrauen entsteht nicht durch perfekte Lebensläufe, sondern durch Persönlichkeit.

Dein Personal Branding lebt davon, dass man Dich nicht nur als Jurist*in wahrnimmt, sondern auch als Persönlichkeit. Das bedeutet nicht, bspw. auf LinkedIn Privates preisgeben zu mĂĽssen. 

Es heiĂźt vielmehr, Haltung zu zeigen, die eigenen Werte zu benennen und Deine Arbeit(-sweise) inklusive ihrer Ergebnisse sichtbar zu machen: 

• Was treibt Dich an?

• Wie gehst Du an Probleme heran?

• Wofür stehst Du – fachlich und menschlich?

Wenn Du diese Frage – unter Umständen auch nur fĂĽr Dich – beantwortest, gelingt es Dir leichter, Dich von anderen zu unterscheiden und zugleich als nahbar wahrgenommen zu werden. Genau das schafft Vertrauen. Deine Persönlichkeit gibt Deiner sich entwickelnden Expertise entsprechend Gewicht und macht sie erinnerbar. 

Wer nur Inhalte liefert, bleibt austauschbar. Wem es gelingt, die persönlichen Stärken und damit die Persönlichkeit mit Know-how zu verknüpfen, bleibt im Kopf.

 

Trend 3: Mut zur Sichtbarkeit – Personal Branding braucht Entscheidungsstärke

Der vielleicht wichtigste Trend für 2026: Sichtbarkeit ist eine bewusste Entscheidung. Viele junge Jurist*innen – insbesondere Frauen – halten sich zurück, weil sie glauben, fachlich oder persönlich noch nicht „gut genug“ zu sein. Doch Sichtbarkeit und Bekanntheit ist kein Abschlusszeugnis, sondern ein kontinuierlicher, im Idealfall strategisch angegangener Prozess.

Auch wenn Du Dich, Dein Know-how bzw. persönlichen Stärken nicht bewusst einbringst (bspw. in internen Meetings oder im Gespräch mit Mandant*innen) oder über ein professionell aufgestelltes LinkedIn-Profil zeigst, wirst du trotzdem wahrgenommen. Nur dass Du das eben nicht aktiv in Deiner Hand hast.

Andere machen das für Dich und nicht unbedingt gut. Deshalb gilt: Entweder Du bestimmst Dein Narrativ – oder andere tun es.

Sichtbarkeit beginnt im Kleinen: 

• im Meeting, wenn Du Deine Expertise einbringst oder Aufgaben mit Relevanz übernimmst,

• im Gespräch, wenn Du Deine Meinung gegenĂĽber Mandant*innen erläuterst bzw. vertrittst, 

• im Arbeitsalltag, wenn Du Verantwortung in einem kanzleiweiten Projekt oder einem wichtigen (Teil-)Mandat übernimmst.

Erwarte keine sofortigen Ergebnisse. Personal Branding ist ein Marathon, kein Sprint. Was Du heute gegenüber anderen erwähnst oder über Dein LinkedIn-Profil sichtbar machst, entfaltet seine Wirkung oft erst mittel- bis langfristig. Genau deshalb unterschätzen viele, was eine kontinuierliche und zugleich strategische Präsenz bewirken kann.

 

Sichtbarkeit ist kein Extra, sondern Teil Deiner Karriere

Personal Branding im Jahr 2026 bedeutet Klarheit, Persönlichkeit und bewusste Sichtbarkeit. Gerade als Berufseinsteiger*in im Anwaltsberuf hast Du es in der Hand, früh die Weichen zu stellen. Wenn Du weißt, wofür Du stehen willst, Deine Persönlichkeit einbringst und Dich traust, sichtbar zu sein, entsteht Schritt für Schritt ein starkes berufliches Profil.

Oder anders gesagt: Warte nicht darauf, entdeckt zu werden. Sorge selbst dafĂĽr, dass man Dich erkennt.

 

Zur Autorin: 

Die Anwältin Dr. Anja Schäfer ist Expertin für Networking & Female Leadership in Kanzleien. Als Karrierementorin unterstützt sie exklusiv Jurist*innen in puncto Personal Branding, Netzwerkaufbau und Sichtbarkeit als Expert*in sowie zur strategischen Ausrichtung bei beruflicher Neu- oder Umorientierung und spricht über diese Themen in ihrem „Juristinnen machen Karriere!“-Podcast.

Zum Podcast: www.juristinnen-machen-karriere.de