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Veröffentlicht am 10.05.2019

Gewerblicher Rechtsschutz bei Hogan Lovells - Senior Associate Kerstin Jonen im Interview

Kerstin Jonen ist Senior Associate bei Hogan Lovells in DĂŒsseldorf und berĂ€t zu allen Aspekten des geistigen Eigentums mit Fokus auf Patentrecht. Bevor sie im Jahr 2015 bei Hogan Lovells startete, absolvierte sie Ihr Jurastudium an der UniversitĂ€t zu Köln mit dem Schwerpunkt Medienrecht und Kommunikationsrecht, sowie Recht des Geistigen Eigentums. Im Interview mit clavisto berichtet Kerstin ĂŒber die Highlights ihrer TĂ€tigkeit und gibt Einblicke in die spannende Arbeit der global agierenden Praxisgruppe „Gewerblicher Rechtsschutz“.

1. Kerstin, wenn Du Dich umschaust... was liegt aktuell auf Deinem Schreibtisch?
Auf meinem Schreibtisch liegen natĂŒrlich Gesetze und Kommentare zum Patentrecht sowie die Akten zu meinen aktuellen FĂ€llen. Zudem finden sich hier auch LehrbĂŒcher aus verschiedenen medizinischen und pharmazeutischen Fachbereichen. Bei anderen Kollegen aus meiner Praxisgruppe wĂŒrde hier vermutlich eher Fachliteratur ĂŒber Mobilfunk, Mechanik und Elektronik zu finden sein.

Dazwischen verstecken sich To-Do-Listen, Notizzettel, Fachzeitungen und Einladungen zu verschiedenen Seminaren.

2. Du bist nun schon seit einigen Jahren bei Hogan Lovells als RechtsanwĂ€ltin tĂ€tig. Warum hast Du dich damals genau fĂŒr diese Kanzlei entschieden?
Ich bin nun seit Ende 2015 bei Hogan Lovells. Nach meinem Studium habe ich erstmal eine kurze Auszeit genommen und mich ĂŒber die verschiedenen Kanzleien informiert. Hogan Lovells hat dabei einen besonders sympathischen Eindruck hinterlassen, so dass ich eine Initiativbewerbung fĂŒr den Bereich Marken- und Wettbewerbsrecht geschrieben habe. Da bei Hogan Lovells in diesem Bereich jedoch keine Stelle frei war, wurde ich gefragt, ob ich mir auch eine TĂ€tigkeit im Patentrecht vorstellen kann. Die Begeisterung und Leidenschaft meiner GesprĂ€chspartner fĂŒr diesen Bereich haben mich schlussendlich ĂŒberzeugt, so dass ich ohne jegliche Vorkenntnis im Patentrecht den Sprung ins kalte Wasser gewagt habe.

3. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag als IP-AnwÀltin aus (sofern es so etwas gibt)?
In meinem Team gehöre ich eher zu den SpĂ€taufstehern und starte den Tag in der Regel so gegen 9.30 Uhr mit einem Kaffee und einem kurzen Austausch mit den Kollegen. Bis zum Mittagessen werden dann die ersten E-Mails bearbeitet. Um 12.30 Uhr treffen wir uns in der Regel mit dem gesamten IP-Team zum Mittagessen in unserer Kantine. Danach geht eine Gruppe meistens noch am Rhein spazieren, die andere spielt noch eine Runde Kicker, bis es dann wieder zum Schreibtisch geht. Am Nachmittag sind meistens Calls oder Meetings. Die Mandanten, die ich berate, stammen ĂŒberwiegend aus dem amerikanischen Raum. Wegen der Zeitverschiebung ist der Nachmittag / frĂŒhe Abend daher meistens die "heiße Phase". Aufgrund der doch recht langen Fristen in Patentstreitigkeiten, lĂ€sst sich der Arbeitsalltag aber in der Regel sehr gut planen. NatĂŒrlich gibt es aber auch Tage, an denen auf einmal eine Vielzahl von Dingen gleichzeitig erledigt werden will.

4. Welche Aspekte Deines Jobs sind besonders spannend? Und warum?

Besonders spannend an meinem Job finde ich, dass wir im Patentrecht nicht nur juristisch arbeiten, sondern auch Kenntnisse in technischen Fachbereichen erwerben; in meinem Fall insbesondere in der Medizin, Pharmazie und Biochemie. In der Fallbearbeitung werden wir hĂ€ufig von Experten, z.B. Hochschulprofessoren, aus diesen Bereichen unterstĂŒtzt, die nicht nur Gutachten fĂŒr das Verfahren anfertigen, sondern uns darĂŒber hinaus hĂ€ufig auch einen tieferen Einblick in ihr Fachgebiet geben.

Zu dem arbeiten wir regelmĂ€ĂŸig mit den Kollegen aus unseren europĂ€ischen BĂŒros zusammen; hĂ€ufig aber auch mit den Kollegen aus Japan und Amerika. So ensteht nicht nur ein weltweites Netzwerk, sondern wir lernen auch viel ĂŒber die Besonderheiten in den jeweiligen Rechtsordnungen und den Einfluss der verschiedenen MentalitĂ€ten auf die ProzessfĂŒhrung.

5. Wie kam es zu Deinem Secondment in London und was war die interessanteste Erfahrung fĂŒr Dich in dieser Zeit?
Wir fĂŒhren regelmĂ€ĂŸig FeedbackgesprĂ€che und in einem dieser GesprĂ€che haben mir meine zustĂ€ndigen Partner angeboten, ein Secondment in unserem Londoner BĂŒro zu absolvieren. Das war natĂŒrlich eine riesen Chance. So konnte ich Zeit mit den Londonern IP-Kollegen verbringen, die ich bisher ĂŒberwiegend nur aus E-Mail Korrespondenz und Telefonkonferenzen kannte. DarĂŒber hinaus konnte ich mein Englisch verbessern, was mir insbesondere mehr Selbstvertrauen in der Kommunikation mit unseren englischsprachigen Mandanten verleiht. Ich habe mich sehr schnell an das Leben in London gewöhnt und konnte in meiner Freizeit viel von der Stadt sehen und ĂŒber die Geschichte Englands erfahren.

6. Du bist im IPMT-Team (Intellectual Property, Media & Technology) von Hogan Lovells tĂ€tig und aktuell sucht Ihr u.a. auch Berufseinsteiger zur weiteren UnterstĂŒtzung. Welche Kompetenzen sollte ein Nachwuchsjurist (m/w/d) unbedingt mitbringen, der in Eurem Team arbeiten möchte?
Wir suchen begeisterungsfĂ€hige Kollegen (m/w/d), die ihr Potential bei uns entfalten wollen. Vorkenntnisse im Patentrecht sind kein Muss, allerdings ist ein grundsĂ€tzliches Interesse an Naturwissenschaften sowie die Bereitschaft, sich in neue Themengebiete einzuarbeiten, wĂŒnschenswert.

7. Hand auf’s Herz: Wie viel Freizeit hat denn ein Top-Anwalt (m/w/d) in Eurer Praxisgruppe?
Wie bereits erwĂ€hnt, können wir unseren Arbeitsalltag in der Regel gut planen, so dass unter der Woche noch ausreichend Zeit fĂŒr Sport oder andere FreizeitaktivitĂ€ten bleibt. Wer möchte, kann auch die Angebote von Hogan Lovells (z.B. Fussball, Volleyball, Laufen, Bootcamp, RĂŒckenkurs oder Yoga) wahrnehmen.

Die Wochenenden sind grundsĂ€tzlich frei.  

8. Welche drei Begriffe assoziierst Du mit Hogan Lovells?

InternationalitÀt, Teamwork, Enten


Kerstin, vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch!