Veröffentlicht am 06.06.2023
5 Fehler, die Jurist*innen in puncto Networking beim Berufseinstieg besser vermeiden
Fehler Nr. 1: Nicht geben
Netzwerken kostet Zeit und macht Arbeit. Doch wenn du es strategisch angehst, ist diese nicht nur gut investiert, sondern bringt dir auch die gewĂŒnschten Ergebnisse. Scheue dich also nicht davor, in dein Netzwerk Zeit, Engagement und auch Geld zu investieren und dabei strategisch vorzugehen.
Der wichtigste Grundsatz beim Netzwerken lautet âGebenâ. Frage dich daher bei jedem und im besten Fall vor jedem Austausch, was du deinem GegenĂŒber anbieten oder wodurch du die betreffende Person unterstĂŒtzen kannst. Nutze GesprĂ€che mit Kolleg*innen, Mandant:innen oder Kooperationspartner*innen dafĂŒr, um bewusst zu erfahren, womit und wobei du dieser bzw. diesem behilflich sein oder was du an Mehrwert mitgeben kannst. Vieles kann im Einzelfall von Interesse sein: ein Veranstaltungstipp oder der Verweis auf eine fĂŒr das GegenĂŒber relevante Gerichtsentscheidung, erste Informationen zu rechtlichen Neuerungen oder auch der Link zu einem kĂŒrzlich von Kolleg*innen veröffentlichten Fachbeitrag.
Fehler Nr. 2: Nicht nehmen
Dem ersten Fehler folgt oftmals der zweite. Viele Menschen tun sich schwer damit, eine Empfehlung zu erbitten oder die UnterstĂŒtzung anderer anzunehmen. Verinnerliche daher unbedingt die zweite HĂ€lfte der wichtigsten Spielregel, nĂ€mlich zu ânehmenâ. Lass dir von deinem Netzwerk helfen und frage aktiv andere, ob sie dich bei einer bestimmten Sache wie einer Publikation oder einem Vortrag â die bzw. der im besten Fall gemeinsam geschrieben oder gehalten wird â unterstĂŒtzen oder dir die dafĂŒr notwendigen Kontakte aus ihrem Netzwerk empfehlen können.
Networking bedeutet im Idealfall âGeben und Nehmenâ. Ăberlege daher nicht gleich, wie du eine Empfehlung zurĂŒckgibst oder auch eine UnterstĂŒtzung rĂŒckvergĂŒtest. Nimm an der einen Stelle die Hilfe ohne schlechtes Gewissen an und gib an anderer groĂzĂŒgig deine Expertise und/oder Kontakte in dein Netzwerk.
Fehler Nr. 3: Keine Zeit fĂŒrs Netzwerken
Ein erfolgreiches Netzwerk aufzubauen, braucht Zeit und geschieht nicht ĂŒber Nacht. Nicht umsonst heiĂt es im Englischen âNetWORKINGâ. RĂ€ume dir daher ausreichend Raum dafĂŒr ein. Besonders am Anfang der Karriere ist es erforderlich, sich immer die Wichtigkeit von Networking bewusst zu machen. Am zielfĂŒhrendsten ist es, die sich im Arbeitsalltag bietenden Gelegenheiten wie bspw. das Mittagessen aktiv fĂŒr Austausch und Vernetzung mit Kolleg*innen, Mandant*innen oder GeschĂ€fts- bzw. Kooperationspartner*innen zu nutzen.
PrĂŒfe fĂŒr dich, welche digitalen oder analogen Netzwerke fĂŒr deine beruflichen Ambitionen die richtigen sind. FĂŒr viele Jurist:innen ist bereits zeitnah nach dem ersten Arbeitstag eine Mitgliedschaft in einem berufsstĂ€ndischen Netzwerk wie dem lokalen Anwaltsverein oder dem Deutschen Juristinnenbund e. V. lohnenswert. WĂ€hle fĂŒr dich darĂŒber hinaus mindestens ein ĂŒberregionales, fĂŒr deine Expertise relevantes und ĂŒber die eigene Branche hinausgehendes Netzwerk. Mache nicht den Fehler, dessen Angebote nur zur eigenen Weiterbildung wahrzunehmen, sondern nutze diese strategisch fĂŒr den Auf- und Ausbau von Kontakten.
Fehler Nr. 4: Keine WertschÀtzung der Kontakte
Agiere wertschÀtzend bereits beim Erstkontakt, indem du in virtuellen Netzwerken wie LinkedIn nicht nur auf den Vernetzen-Button klickst. Schreibe eine persönliche Vernetzungsanfrage oder bedanke dich mit einigen Worten, wenn du eine solche erhÀltst.
Schaffe immer wieder Möglichkeiten fĂŒr einen persönlichen Austausch mit ausgewĂ€hlten Kontakten, um auf diese Weise dein Netzwerk qualitativ weiterzuentwickeln und einzelne Beziehungen zu vertiefen. Verprelle deine Netzwerkpartner*innen nicht, indem du Zusagen nicht einhĂ€ltst. Zeige dich stattdessen von deiner besten Seite und schaue immer wieder, wie und womit du die Verbindung ausbauen und dabei deine Expertise sichtbar machen kannst.
Fehler Nr. 5: Kein Fokus auf produktives Networking
Was willst du mit bzw. durch Networking erreichen? Halte dir dein Ziel vor Augen und fokussiere dich darauf. Denn hÀufig genug trifft man sich, ohne dass etwas dabei herauskommt.
Achte darauf, dass sowohl du als auch dein GegenĂŒber von dem jeweiligen Austausch profitieren und einen Mehrwert erhalten. Produktiv beim Networking zu sein, bedeutet, dass du fĂŒr dich und andere einen Mehrwert und damit entsprechende Ergebnisse, wie bspw. konkrete Informationen, neue Kontakte oder eine Weiterempfehlung, schaffst. Diese Win-Win-Situationen wirken sich nicht nur positiv auf die QualitĂ€t deines Netzwerks aus, sondern machen dich als AnwĂ€ltin oder Anwalt zu einer bzw. einem interessanten Netzwerkpartner*in.
Wie die hier beschriebenen 5 Fehler zeigen, lohnt es sich fĂŒr dich als Nachwuchsjurist*in sehr, Networking strategisch anzugehen. Dennoch muss nicht jeder Austausch mit Fokus auf deine persönlichen Ziele erfolgen. Es ist total in Ordnung, im Sinne von âSocializingâ in der Kanzlei auch einfach mal nur mit den Kolleg:innen in der Mittagspause zu quatschen und dies âabsichtslosâ zu tun. SchlieĂlich ist auch das Beziehungsaufbau und damit Netzwerken.
Hinweis zur Autorin: Mehr Informationen zum Podcast: https://anja-schaefer.eu/podcast |
