Mein Berufseinstieg bei WEIL

I.    Praktikum und Wissenschaftliche Mitarbeit

Meinen ersten Arbeitstag bei Weil, Gotshal & Manges LLP hatte ich kurz nach den schriftlichen Klausuren des ersten Staatsexamens. In der Zeit zwischen der schriftlichen und der mündlichen Prüfung der ersten juristischen Prüfung absolvierte ich ein zwei monatiges Praktikum im Frankfurter Büro der Kanzlei. Das Frankfurter Weil Büro befindet sich in den obersten drei Stockwerken des Skypers im Herzen der Mainmetropole. Von den einzelnen Büros hat man einen tollen Ausblick sowohl über den Main und die Frankfurter Innenstadt wie auch auf den Taunus. Damit gehört das Frankfurter Weil Büro eher zu den kleineren unter den deutschen Büros international tätiger Großkanzleien, was ich jedoch als sehr angenehm empfand, da man bereits nach einigen Tagen alle Mitarbeiter einmal kennengelernt hatte und Namen und Gesichter zuordnen konnte.

"Learning by doing" wird bei Weil großgeschrieben und ich wurde schon während meines Praktikums bereits von Anfang an mit in die tägliche Mandatsarbeit eingebunden. Man konnte sich mit Fragen, die während der einzelnen Arbeitsaufträge aufkamen, jederzeit an Kollegen wenden, die einem dann mit Rat und Tat (auch hinsichtlich einiger Examenstipps) zur Seite standen. Egal ob beim gemeinsamen Mittagessen oder bei diversen (in)offiziellen Kanzleievents wurde man als Praktikantin stets integriert und bekam das Gefühl, wirklich Teil des Teams zu sein.

Am Ende meines zweimonatigen Praktikums bekam ich die tolle Chance, meine Mitarbeit im Steuerrechtsteam im Rahmen einer wissenschaftlichen Tätigkeit nach der ersten juristischen Prüfung fortzusetzten. Während des Bewerbungsverfahrens für das Referendariat war ich in Vollzeit bei Weil tätig. Diese drei Monate waren eine super Gelegenheit in den Alltag und die Arbeitsweise einer internationalen Großkanzlei weiter hineinzuschnuppern und sowohl den Start wie auch den Abschluss einer Transaktion mitzuerleben. Die Arbeit war sehr interessant, abwechslungsreich und hat viel Spaß bereitet, so dass ich auch während des Referendariats weiterhin einen Tag die Woche für das Steuerteam von Weil als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war.


II.    Wahlstation in New York

Am Ende des Referendariats ergab sich die Möglichkeit, meine Wahlstation in einem Weil-Büro im Ausland zu absolvieren. Da ich während des Studiums bereits vier Semester Vorlesungen zu U.S.-amerikanischem Recht besucht hatte und ein großer New York Fan war, fiel meine Wahl auf das "Hauptquartier" von Weil, das Büro in New York City.

Das New Yorker Weil Büro ist von den acht Standorten in den USA das größte und auch der Ort, an dem die Geschichte der Kanzlei begann. Ca. 530 Anwälte sind in dem New Yorker Büro tätig. Das Büro befindet sich in dem 215m hohen General Motors Building direkt am süd-östlichen Ende des Central Parks und erstreckt sich über ca. 11 Stockwerke. Das New Yorker Weil Büro liegt im Herzen Manhattans und es bietet einen herrlichen Blick auf das Plaza Hotel, die Fifth Avenue und den Central Park. Da ich meine Wahlstation von Oktober bis Dezember absolviert habe, konnte man verfolgen, wie sich die Blätter im Park verfärbt haben und im Dezember schließlich der erste Schnee fiel.

Auch ich hatte von meinem Büro aus, welches ich mir mit einem "First Year Associate", der nur zwei Wochen vor mir seinen ersten Tag im New Yorker Büro hatte, teilte, einen tollen Ausblick in den Central Park.
Die alltägliche Arbeit war vielfältig und manchmal so gar nicht das, was man bei dem Gedanken an die Tätigkeit in einer Großkanzlei erwartet. So bestand neben dem regulären Transaktionsgeschäft bereits in den ersten Tagen die Gelegenheit, an einem großen Pro Bono Projekt mitzuarbeiten. Weil, Gotshal & Manges hat für seine Pro Bono Tätigkeit bereits mehrere Auszeichnungen erhalten und alleine 2016 über 50.000 Stunden an gemeinnütziger Rechtsberatung geleistet. Ein Teil meiner Pro Bono Tätigkeit umfasste die Durchsicht von Akten verurteilter Straftäter, die möglicherweise unschuldig im Gefängnis saßen. Eine außerordentlich spannende und neben dem Großkanzleialltag abwechslungsreiche Arbeit.
Neben der täglichen Mandatsarbeit wurde auch fortlaufend "Continuing Legal Education " angeboten: fast jeden Tag gab es zur Mittagszeit einen Vortrag zu einer bestimmten juristischen Fragestellung (inklusive sehr leckerem Mittagessen) vor Ort oder eine Live-Schaltung zu einem Vortrag in ein anderes U.S.-amerikanisches Weil Büro.


III.    Berufseinstieg

Diese Continuing Legal Education von Weil hat mich auch nach Beendigung der Wahlstation begleitet. Wenige Monate nach Abschluss des zweiten juristischen Staatsexamens erlebte ich nun zum dritten Mal einen "ersten" Arbeitstag in einem Weil Büro. Bereits während meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin hatte ich mich entschieden, auch nach der juristischen Ausbildung weiterhin im Steuerrecht tätig sein zu wollen und  sehr gerne auch für Weil, Gotshal & Manges. Seit April 2017 bin ich nun als Rechtsanwältin im Frankfurter Büro in genau diesem Bereich tätig.

Der Einstieg als Rechtanwältin bei Weil gestaltete sich durchweg positiv. Neben dem bereits bekannten Steuerteam wurde ich von altbekannten und neuen Mitarbeitern freundlich empfangen. Als Associate wird das Motto "Learning by Doing" und "Training on the Job" weiterhin gelebt und ich konnte direkt mit der Mitarbeit bei einer laufenden Transaktion beginnen. Bereits von Anfang an bestand die Gelegenheit, selbstständig und mit angemessener Verantwortung zu arbeiten, bei Fragen oder Unsicherheiten kann man sich jedoch immer – auch teamübergreifend – auf die hilfsbereiten Kollegen verlassen. Neben der hausinternen Continuing Legal Education wird die Weiterbildung auch durch die Kanzlei im Rahmen externer Fortbildungen und Seminare gefördert.

Die gut eineinhalb Jahre, die ich nun bereits als Rechtsanwältin für Weil, Gotshal & Manges LLP tätig bin waren spannend und lehrreich, und die Tätigkeit mit den Kollegen – nicht nur aus dem Steuerrecht, sondern auch den anderen Fachbereichen – abwechslungsreich und interessant.