Mein Sommerpraktikum bei Noerr

Meine Erwartungshaltung zu Beginn des Praktikums war ziemlich klar: Ich wollte in die Arbeitsabläufe einer Großkanzlei hineinschnuppern, um danach mit dem Satz „… und es war genauso, wie ich es mir immer vorgestellt habe!“ nach Bonn zurück zu kehren. Da ich vermutlich nicht die einzige Studierende bin, die Vorurteile gegenüber Großkanzleien aufgebaut hat, möchte ich hier einige auf den Prüfstand stellen:

Vorurteil Nr. 1: Zwischen Kaffeekochen und Kopieren

Der Klassiker! Tatsächlich habe ich in meinem Praktikum sowohl die Kaffeemaschine als auch den Kopierer recht häufig bedient. Ersteres war aber ausschließlich meiner eigenen Vorliebe für Kaffee geschuldet, letzteres habe ich nur im Rahmen meiner eigenen Aufgaben erledigt. Statt Kaffee für Vorgesetzte zu kochen und für sie am Kopierer zu stehen, habe ich in meinem Praktikum Aufgaben bekommen, die mich fachlich forderten. Zu jeder Aufgabe wurde mir der Gesamtzusammenhang erklärt, sodass mir immer klar war, welchen Teilbetrag ich leistete.

Vorurteil Nr. 2: Lange Arbeitszeiten
Das vermutlich geläufigste Vorurteil! Es ist wohl unbestritten, dass ein Arbeitstag in einer Großkanzlei nicht nach acht Stunden endet. Folglich erlauben die Arbeitszeiten in der Woche nur bedingt soziale Kontakte außerhalb der Kanzlei. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stößt da aus meiner Sicht an Grenzen. Was mich an der Arbeit meines Teams aber überzeugt hat, ist die Tatsache, dass es nie darum ging nur die Arbeitszeit bis zum Feierabend zu füllen. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass die Anwältinnen und Anwälte intrinsisch motiviert waren ihre Aufgaben bestmöglich abzuschließen. Ihre Motivation und ihr Ehrgeiz haben mich beeindruckt. Als Praktikantin bekam ich vom gesamten Team Aufgaben zugeteilt. Dadurch gestaltete sich meine Arbeit sehr vielseitig und die Praktikumstage waren stets kurzweilig.

Vorurteil Nr. 3: Ellenbogenmentalität
Das Vorurteil, das ich am meisten fürchtete! Entgegen meiner Erwartungen habe ich bei Noerr Menschen kennengelernt, die sich gegenseitig unterstützten und ein gemeinsames Ziel verfolgten. Statt entwendeter Buchseiten oder geschwärzter Textstellen erlebte ich eine große Kollegialität. Dadurch fühlte ich mich in meinem Team wohl und bin jeden Tag gerne in die Kanzlei gegangen. Über die Arbeit hinaus wurde ich vom ersten Tag an in das tägliche Mittagessen integriert und zu den Teamevents eingeladen.

Vorurteil Nr. 4: Klischeejuristen
Jeder hat sie vor Augen!
Mein Team bei Noerr bestand aus einer bunten Mischung unterschiedlicher Persönlichkeiten, zu denen ich einen guten Zugang fand. Die Diversität führte zu interessanten und kurzweiligen Gesprächen, was meine Zeit dort sehr bereicherte. Der Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Aufgabenfelder der einzelnen Teammitglieder gestaltete meine Arbeit immer vielseitig.

„… und es war nicht so, wie ich es mir immer vorgestellt habe!“ Mein Sommerpraktikum bei Noerr in München hat mich weitergebracht und mir viel Spaß gemacht. Ich wurde offen aufgenommen und bekam vielfältige, herausfordernde Arbeiten zugeteilt. Auf die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen konnte ich immer zählen. Das Arbeitsklima war geprägt von Hilfsbereitschaft, Teamgeist und Loyalität. Inzwischen kann ich mir eine Tätigkeit in einer Großkanzlei wie Noerr gut vorstellen.