Vier Fragen an Dr. Eva Rütz

Vier Fragen an Dr. Eva Rütz.

Nach welchen Kriterien haben Sie Ihren LL.M.-Studiengang gewählt?
Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, war, ob ich lieber einen LL.M. im Ausland oder doch einen inländischen LL.M. erwerben möchte. Da ich bereits einen längeren Auslandsaufenthalt absolviert hatte und damit der Erwerb von Sprachkenntnissen nicht primär im Vordergrund stand, habe ich mich dafür entschieden, meine Kenntnisse in dem Rechtsgebiet zu vertiefen, das mich am meisten interessiert. Letztlich habe ich mich für einen LL.M. im Medizinrecht entschieden. Wichtig war mir außerdem, welche Dozenten lehren. Da in Düsseldorf sehr viele renommierte Medizinrechtler – aus der Wissenschaft wie auch aus der Praxis – lehren, fiel die Wahl auf dieses Master-Programm.

Wann haben Sie den LL.M. absolviert, und war das rückblickend eine gute Wahl?
Ich habe den LL.M. parallel zum ersten Jahr des Referendariats absolviert. Ob das eine gute Wahl ist, ist letztlich Typsache. Es kann sicherlich die Gefahr bestehen, dass die Arbeitsbelastung zu groß ist und dadurch das Referendariat leidet. Mit guter Organisation ist beides allerdings auch parallel problemlos zu bewältigen. Bei einem rein inländischen LL.M.-Programm würde ich es wieder so machen, und es berufs-, referendariats- oder auch promotionsbegleitend absolvieren. Anderenfalls zieht sich die gesamte Ausbildung doch sehr in die Länge.

Was hat Ihnen der LL.M. für die berufliche Tätigkeit gebracht?
Der LL.M. hat mir für die berufliche Tätigkeit sehr viel gebracht. Zum einen stellt er automatisch den theoretischen Teil des Fachanwaltslehrgangs für Medizinrecht dar. Zum anderen kann er sehr gut mit allgemeinen wirtschaftsrechtlichen Gebieten kombiniert werden. So bin ich beispielsweise bei Luther der Serviceline Employment angehörig. Vor allem das Arbeitsrecht weist große Schnittmengen zum Medizinrecht auf. Die Spezialisierung auf eine bestimmte Industrie – Gesundheitswesen – und auf eine spezielle rechtliche Schnittstelle bietet eine hervorragende Möglichkeit, innerhalb einer Großkanzlei ein Alleinstellungsmerkmal zu erwerben.

Welchen Tipp würden Sie einem Berufseinsteiger geben?
Ein LL.M. sollte aus meiner Sicht nach dem Rechtsgebiet ausgewählt werden, das den Berufseinsteiger reizt. Das kann auch ein Gebiet sein, das von großen Kanzleien noch nicht im Schwerpunkt bedient wird. Interessiert man sich für einen LL.M. im Ausland, so würde ich diesen erst nach den ersten Berufsjahren empfehlen. Dann kann man bereits auf einige Erfahrungen zurückblicken und weiß die „LL.M.-Auszeit“ wesentlich mehr zu schätzen.