Praktikum mit Alsterblick

Anfangs noch etwas unsicher, was uns in den ersten Tagen erwartet würde, wurden wir zunächst vom zuständigen Recruiting Partner freundlich willkommen geheißen. In den ersten beiden Tagen fand das sogenannte „Onboarding“ statt, bei dem Einführungsveranstaltungen erfolgten und sich die einzelnen Abteilungen – von Human Resources bis IT – vorgestellt haben und wir so einen guten Überblick über die Arbeitsweise einer Großkanzlei erhielten und nicht gleich „ins kalte Wasser“ geworfen wurden. Jeder Praktikant bekam zusätzlich einen Mentor aus der jeweiligen Praxisgruppe zugewiesen. Unsere Mentoren waren stets sehr hilfsbereit und kümmerten sich gut um „ihre“ Praktikanten, daher fühlten wir uns direkt gut aufgehoben und hatten immer einen Ansprechpartner an unserer Seite.

Betriebsalltag und Arbeitsatmosphäre

Als Praktikanten waren wir von Anfang an Teil des Teams, durchweg herrschte eine sehr freundliche und lockere Atmosphäre. Auch wenn Zeitdruck bestand, nahmen sich die Anwälte die Zeit, uns die Fälle umfassend zu erklären, sodass wir auch einen Überblick über das Gesamtbild hatten. Überhaupt gilt im gesamten Büro die „Open-Door-Policy“, das heißt, sämtliche Mitarbeiter sind für Fragen aller Art immer offen und hilfsbereit, man brauchte sich somit nie scheuen auch mal „dumme“ Fragen zu stellen. Unsere Tätigkeiten reichten von Rechercheaufgaben über die Mitarbeit an Publikationen bis hin zur Teilnahme an Telefonkonferenzen mit Mandanten und die Begleitung zu Gerichtsterminen. Vieles findet dabei auf Englisch statt, sichere Englischkenntnisse sind daher von immensem Vorteil. Wir hatten das Gefühl, dass die Anwälte sich Mühe gaben, uns interessante Aufgaben zuzuteilen. Wir wurden bei den Aufgaben unserem Wissensstand nach zwar gefordert, doch hatten wir nie das Gefühl überfordert zu sein und falls man sich doch einmal nicht selber helfen konnte, war immer eine helfende Hand zur Stelle.

Die Arbeitszeiten waren sehr human, in der Regel von 9.30 Uhr bis etwa 18 Uhr, wenngleich die meisten Anwälte länger bleiben. Mittagspause und Kaffeepause machten die Praktikanten, wissenschaftlichen Mitarbeiter und Referendare üblicherweise zusammen. Bei gutem Wetter konnte man auf der großen Dachterrasse essen und dabei den Ausblick über die Alster genießen. Da ich (Manuel) auch am Real Estate-Bereich Interesse hatte, bekam ich die Möglichkeit zwei Wochen zusammen mit Referendaren und wissenschaftlichen Mitarbeitern dort an einem großen Projekt mitzuarbeiten. Wir wurden dabei sogar vom zuständigen Partner, als Dank für unsere Arbeit, zum Essen eingeladen.

Ich (Hendrik) war im Arbeitsrecht angesiedelt und hatte dort auch immer etwas zu tun. Das gesamte Team kümmerte sich liebevoll um mich und sorgte dafür, dass mir nie langweilig wurde. Ich wurde sogar mit zu einem Eilverfahren eines Betriebsrats gegen seinen Arbeitgeber genommen und durfte aus erster Hand sehen, wie sich meine Recherchen in der Praxis auswirken und wie die Arbeitgeber auf das von mir Vertretene reagieren.

Insgesamt wurden wir also nicht für lästige, typische Praktikantenaufgaben eingesetzt, sondern hatten immer das Gefühl tatsächlich etwas zum Fall beizutragen.

Darüber hinaus bietet die Kanzlei verschiedene Freizeitangebote für alle Mitarbeiter an, beispielsweise gemeinsames Rudern oder Fußball spielen in der Fußballmannschaft der Kanzlei.

Sommer Curriculum

Über die Sommermonate hinweg wurden regelmäßig Veranstaltungen des Sommer Curriculums angeboten, die sich speziell an Praktikanten und Referendare richteten. Dazu gehörten Vorträge aus verschiedenen Rechtsbereichen (z.B. M&A /Due Diligence), Filmabende und Case Studies. Die Case Study aus dem Arbeitsrecht war sicherlich ein Höhepunkt des Sommer Curriculums. Wir simulierten die gesamte Mandatsarbeit von der ersten E-Mail-Anfrage über Mandantengespräche und Güteverhandlungen bis hin zum Prozess vor dem Arbeitsgericht. Die Anwälte haben sich hierfür wirklich sehr viel Zeit genommen, die Szenarien humorvoll mit uns durchgespielt und uns wertvolle Tipps gegeben. Bei den einzelnen Veranstaltungen des Sommer Curriculums gibt es Getränke und Essen, sodass man mit den Anwälten in einer lockeren Atmosphäre ins Gespräch gekommen ist.

Die Stadt

Hamburg hat gerade für junge Leute unglaublich viel zu bieten. Tübingen ist natürlich eine vergleichsweise winzige Stadt, aber dennoch war ich überrascht, in Hamburg eine so vielseitige Stadt zu erleben. Neben den klassisch schönen Orten wie Rathausmarkt und Jungfernstieg gibt es mit Sternschanze und St. Pauli auch charmante, junge Viertel mit vielen schönen Bars und Restaurants. Das Büro befindet sich übrigens direkt am Alsterufer, sodass man bei etwas Zeit in der Mittagspause einen kleinen Spaziergang am Wasser machen kann.

Fazit

Ein Praktikum bei Latham & Watkins in Hamburg würden wir jederzeit weiterempfehlen und könnten uns ein Wiedersehen sicherlich vorstellen. Nicht nur aufgrund interessanter Mandate, sondern auch aufgrund der freundschaftlichen Arbeitsatmosphäre und des ansprechenden Praktikantenprogramms.