Gesucht. Gefunden.

Nach etwa einem Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Freiburg war für mich die Entscheidung gefallen, dass ich für meine promotionsbegleitende Tätigkeit eine neue Herausforderung suche. Da Frankfurt die von Freiburg aus am schnellsten zu erreichende Stadt mit Großkanzleipotential ist, begann ich meine Suche nach einer praxisorientierten Mitarbeiterstelle in der Mainmetropole. Die Anzahl der interessanten Kandidaten war dabei allerdings aufgrund meines Wunsches, promotionsnah im Bereich des Wirtschafts- und Steuerstrafrechts zu arbeiten, durchaus begrenzt. Nachdem ich unzählige Internetpräsenzen auf der Suche nach Kanzleitätigkeiten im Bereich White Collar und Tax durchstöbert hatte, kam es letztendlich zu drei Bewerbungen.

Rückblickend muss ich sagen, dass jede der drei Kanzleien einen sehr guten Eindruck auf mich erweckte. Was letztendlich für mich den Unterscheid ausmachte, war die ausgeprägte Ehrlichkeit und Bodenständigkeit, mit der man mir beim Bewerbungsgespräch bei Latham & Watkins begegnete. Wie ich auch selbst im Rahmen von Workshops und Recruiting-Veranstaltungen herausgefunden hatte, sind die Abläufe in den verschiedenen Großkanzleien doch sehr vergleichbar. Im Gegensatz zu anderen Kanzleien versuchte bei Latham allerdings niemand, das hiesige Konzept als von allen Zweifeln erhaben und allen anderen Mitbewerbern überlegen darzustellen. Im Gedächtnis blieben mir hierzu die Worte meines jetzigen Chefs, dass der größte Unterschied zwischen den einzelnen Kanzleien schlichtweg die Leute wären, die dort beschäftigt seien und dass man in jeder Kanzlei, natürlich mit Ausnahmen, eine gewisse persönliche Umgangsart vorfinden würde, mit der man sich entweder identifizieren kann oder eben nicht. Den Eindruck, den ich aus diesem Gespräch mitnehmen konnte, war, dass die Umgangsart bei Latham & Watkins durchaus professionell, aber auch immer bodenständig und aufgeschlossen sein würde. Damit sollte ich mich identifizieren können. Glücklicherweise hatte sich dies dann in der Folge absolut bewahrheitet.

Auf Augenhöhe
Nach dem obligatorischen zweitätigen Onboarding-Programm begann ich meine Arbeit im Litigation-Department als Teil des White-Collar-Teams. Besonders aufregend fand ich dabei, dass ich sofort in alle laufenden Verfahren eingebunden wurde und auch ausreichend Zeit bekam, um mich in die einzelnen Fälle einzuarbeiten. Die Tatsache, dass ich wöchentlich von Freiburg aus nach Frankfurt pendele, bringt zwar einen gewissen Aufwand mit sich, hat sich aber niemals negativ auf meine Beschäftigung ausgewirkt. Generell muss man sagen, dass bei Latham viel Wert darauf gelegt wird, dass auch die beteiligten wissenschaftlichen Mitarbeiter mit den jeweiligen Fällen ausreichend vertraut sind, damit die Zusammenarbeit mit den Anwälten langfristig auf Augenhöhe stattfinden kann. Das ist auch eine der Eigenschaften, die ich an der Kanzlei besonders schätze. Ich wurde bisher sowohl von Associates wie auch von Partnern jederzeit gleichberechtigt behandelt. Selbstverständlich hat man als wissenschaftlicher Mitarbeiter vornehmlich assistierende und recherchierende Funktion, jedoch habe ich wiederholt die erfreuliche Erfahrung machen dürfen, auch selbstständig und bis zu einem bestimmten Grad eigenverantwortlich Problematiken bearbeiten zu können. Selbstverständlich ist auch ein gewisser Anteil Selbstinitiative erforderlich, um mit Associates und Partnern in Kontakt zu kommen und an daran knüpfenden Projekten teilnehmen zu können. Immer wieder habe ich aus Interesse oder weil ich eine besondere Fragestellung zu einer Thematik hatte, einen Anwalt aus dem jeweiligen Rechtsgebiet angesprochen. Jedes Mal begegnete man mir dabei mit einem offenen Ohr und nahm sich die Zeit, meine Fragen ausführlich zu beantworten. Sollte man auch einmal die Lust verspüren, in einem anderen Bereich zu arbeiten, so ist es nach Absprache mit dem Mentor auch überhaupt kein Problem, jederzeit in anderen Abteilungen nach Aufgaben zu fragen.

Spannende Erfahrungen
Mittlerweile arbeite ich neben dem White Collar – Team hauptsächlich noch für eine weitere Partnerin aus der Litigation-Abteilung und bei Gelegenheit für einen Partner aus dem Corporate Bereich. Da ich nun nach mehreren Monaten in die einzelnen Fälle sehr tief eingearbeitet bin, ist es auch keine Besonderheit mehr, an Gesprächen mit Mandanten und Behörden teilzunehmen. Im Rahmen meiner nun doch bereits seit einiger Zeit andauernden Tätigkeit im White Collar –Bereich war es mir aufgrund meiner intensiven Einarbeitung in die verschiedenen Verfahren sogar möglich, mit dem Team eine Woche lang in London an Verhandlungen und Interviews teilzunehmen. Insgesamt kann ich sagen, dass die Arbeit bei Latham & Watkins zwar durchaus intensiv und fordernd ist, die Kanzlei allerdings auch jedem aufgeschlossenen und interessierten Mitarbeiter die Chance eröffnet, wertvolle Erfahrungen in der Praxis zu sammeln, die eine Tätigkeit an der Universität nicht zu bieten vermag. Wer also Interesse, Offenheit und auch ein wenig Eigeninitiative mitbringt, kann bei Latham eine wirklich spannende und erfahrungsreiche Zeit erleben.