Anwaltsstation in der Hansestadt

Nachdem es mich wie viele andere Jurastudenten nach dem Studium in einer kleinen Universitätsstadt fürs Referendariat ins schöne Hamburg verschlagen hat, stellte sich mir die Frage, bei welcher der vielen Kanzleien in der Hansestadt ich mich für eine Nebentätigkeit und die Anwaltsstation bewerben sollte. Von der gerade im wirtschaftsrechtlichen Bereich großen Auswahl an Kanzleien habe ich mich letztendlich, insbesondere wegen des mir von unterschiedlicher Seite empfohlenen guten Arbeitsklimas, für Latham & Watkins entschieden, wo ich nun in der Hamburger Corporate-Abteilung seit Juni 2015 meine Anwaltsstation absolviere.

Von der Due Diligence bis zum Closing – Referendarsalltag im M&A
Vom ersten Tag an wurde ich gut eingebunden und betreut, was nicht zuletzt daran liegt, dass jedem Referendar bei Latham ein Associate als Mentor zugeordnet wird, der einen mit Aufgaben versorgt und an den man sich jederzeit mit Fragen wenden kann.

Während man sich bei juristischen Recherchen – eine der typischen Aufgaben eines Referendars in der Großkanzlei – gut mit in dem in der Universität erlernten Handwerkszeug weiterhelfen kann, wird man insbesondere im Bereich des M&A anfangs oft mit Aufgaben konfrontiert, auf die einen das Studium nicht vorbereitet hat. Umso hilfreicher ist es ein Team aus netten, jungen Anwälten um sich zu haben, die sich trotz des zum Teil stressigen Arbeitsalltags Zeit nehmen, die Aufgaben – sei es die Mitarbeit bei der Due Diligence oder auch das Erstellen gesellschaftsrechtlicher Dokumente – geduldig zu erklären, den Gesamtzusammenhang zu erläutern und ein hilfreiches Feedback zu geben. Dank des lockeren Umgangs miteinander, bei dem immer auch Zeit für Nachfragen und Diskussionen ist, habe ich schon nach etwas mehr als der Hälfte meiner Station nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch von hilfreichen Tipps für das Berufsleben als Juristin profitiert, wie z. B. Ratschlägen zum effektiven Zeitmanagement, der richtigen Kommunikation im Büroalltag oder auch die Wichtigkeit von der sogenannten „attention to detail“, dem genauen und aufmerksamen Arbeiten am Fall.

Das Miteinander unter den Kollegen
Genauso wie der freundliche Umgangston der Anwälte sehr dazu beiträgt, dass man jeden Tag aufs Neue mit guter Laune ins Büro kommt, ist ein nettes und entspanntes Miteinander auch unter den Referendaren Gang und Gebe. Man isst regelmäßig zusammen in der kanzleieigenen Kantine und trifft sich nachmittags zur gemeinsamen Kaffeepause – während meiner Station im Sommer meist beides auf der Terrasse mit schönsten Alsterblick. Und spätestens beim Referendarabend lernt man sich bei gutem Essen und dem ein oder anderen Glas Wein noch ein bisschen besser kennen.

Auch die Weiterbildung kommt nicht kurz
Aber auch unabhängig von dem abwechslungsreichen und interessanten Arbeitsalltag hat die Anwaltsstation bei Latham Einiges für Referendare zu bieten. Man hat die Möglichkeit am internen Ausbildungsprogramm TACE (Training and Career Enhancement) teilzunehmen, bei dem die Associates der unterschiedlichen Standorte regelmäßig Vorträge über praxisrelevante Rechtsfragen halten, oder auch an Retreats, mehrtätigen Meetings der einzelnen Praxisgruppen deutschlandweit, sowie dem wöchentlichen Englischkurs und wird auch in der Examensvorbereitung nicht allein gelassen: Neben drei Inhouse-Kaiserseminaren, kann man als Latham-Referendar ein weiteres monatliches Zivilrechtsrepetitorium in den Büros besuchen, sowie ein Klausuren-Paket von 15 Kaiserklausuren nutzen.

Alles in allem eine tolle Station, an der ich mehr vermissen werde als den einzigartigen Alsterblick beim Mittagessen.