Gewerblicher Rechtsschutz bei Hogan Lovells - Senior Associate Kerstin Jonen im Interview

1. Kerstin, wenn Du Dich umschaust... was liegt aktuell auf Deinem Schreibtisch?
Auf meinem Schreibtisch liegen natürlich Gesetze und Kommentare zum Patentrecht sowie die Akten zu meinen aktuellen Fällen. Zudem finden sich hier auch Lehrbücher aus verschiedenen medizinischen und pharmazeutischen Fachbereichen. Bei anderen Kollegen aus meiner Praxisgruppe würde hier vermutlich eher Fachliteratur über Mobilfunk, Mechanik und Elektronik zu finden sein.

Dazwischen verstecken sich To-Do-Listen, Notizzettel, Fachzeitungen und Einladungen zu verschiedenen Seminaren.

2. Du bist nun schon seit einigen Jahren bei Hogan Lovells als Rechtsanwältin tätig. Warum hast Du dich damals genau für diese Kanzlei entschieden?
Ich bin nun seit Ende 2015 bei Hogan Lovells. Nach meinem Studium habe ich erstmal eine kurze Auszeit genommen und mich über die verschiedenen Kanzleien informiert. Hogan Lovells hat dabei einen besonders sympathischen Eindruck hinterlassen, so dass ich eine Initiativbewerbung für den Bereich Marken- und Wettbewerbsrecht geschrieben habe. Da bei Hogan Lovells in diesem Bereich jedoch keine Stelle frei war, wurde ich gefragt, ob ich mir auch eine Tätigkeit im Patentrecht vorstellen kann. Die Begeisterung und Leidenschaft meiner Gesprächspartner für diesen Bereich haben mich schlussendlich überzeugt, so dass ich ohne jegliche Vorkenntnis im Patentrecht den Sprung ins kalte Wasser gewagt habe.

3. Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag als IP-Anwältin aus (sofern es so etwas gibt)?
In meinem Team gehöre ich eher zu den Spätaufstehern und starte den Tag in der Regel so gegen 9.30 Uhr mit einem Kaffee und einem kurzen Austausch mit den Kollegen. Bis zum Mittagessen werden dann die ersten E-Mails bearbeitet. Um 12.30 Uhr treffen wir uns in der Regel mit dem gesamten IP-Team zum Mittagessen in unserer Kantine. Danach geht eine Gruppe meistens noch am Rhein spazieren, die andere spielt noch eine Runde Kicker, bis es dann wieder zum Schreibtisch geht. Am Nachmittag sind meistens Calls oder Meetings. Die Mandanten, die ich berate, stammen überwiegend aus dem amerikanischen Raum. Wegen der Zeitverschiebung ist der Nachmittag / frühe Abend daher meistens die "heiße Phase". Aufgrund der doch recht langen Fristen in Patentstreitigkeiten, lässt sich der Arbeitsalltag aber in der Regel sehr gut planen. Natürlich gibt es aber auch Tage, an denen auf einmal eine Vielzahl von Dingen gleichzeitig erledigt werden will.

4. Welche Aspekte Deines Jobs sind besonders spannend? Und warum?

Besonders spannend an meinem Job finde ich, dass wir im Patentrecht nicht nur juristisch arbeiten, sondern auch Kenntnisse in technischen Fachbereichen erwerben; in meinem Fall insbesondere in der Medizin, Pharmazie und Biochemie. In der Fallbearbeitung werden wir häufig von Experten, z.B. Hochschulprofessoren, aus diesen Bereichen unterstützt, die nicht nur Gutachten für das Verfahren anfertigen, sondern uns darüber hinaus häufig auch einen tieferen Einblick in ihr Fachgebiet geben.

Zu dem arbeiten wir regelmäßig mit den Kollegen aus unseren europäischen Büros zusammen; häufig aber auch mit den Kollegen aus Japan und Amerika. So ensteht nicht nur ein weltweites Netzwerk, sondern wir lernen auch viel über die Besonderheiten in den jeweiligen Rechtsordnungen und den Einfluss der verschiedenen Mentalitäten auf die Prozessführung.

5. Wie kam es zu Deinem Secondment in London und was war die interessanteste Erfahrung für Dich in dieser Zeit?
Wir führen regelmäßig Feedbackgespräche und in einem dieser Gespräche haben mir meine zuständigen Partner angeboten, ein Secondment in unserem Londoner Büro zu absolvieren. Das war natürlich eine riesen Chance. So konnte ich Zeit mit den Londonern IP-Kollegen verbringen, die ich bisher überwiegend nur aus E-Mail Korrespondenz und Telefonkonferenzen kannte. Darüber hinaus konnte ich mein Englisch verbessern, was mir insbesondere mehr Selbstvertrauen in der Kommunikation mit unseren englischsprachigen Mandanten verleiht. Ich habe mich sehr schnell an das Leben in London gewöhnt und konnte in meiner Freizeit viel von der Stadt sehen und über die Geschichte Englands erfahren.

6. Du bist im IPMT-Team (Intellectual Property, Media & Technology) von Hogan Lovells tätig und aktuell sucht Ihr u.a. auch Berufseinsteiger zur weiteren Unterstützung. Welche Kompetenzen sollte ein Nachwuchsjurist (m/w/d) unbedingt mitbringen, der in Eurem Team arbeiten möchte?
Wir suchen begeisterungsfähige Kollegen (m/w/d), die ihr Potential bei uns entfalten wollen. Vorkenntnisse im Patentrecht sind kein Muss, allerdings ist ein grundsätzliches Interesse an Naturwissenschaften sowie die Bereitschaft, sich in neue Themengebiete einzuarbeiten, wünschenswert.

7. Hand auf’s Herz: Wie viel Freizeit hat denn ein Top-Anwalt (m/w/d) in Eurer Praxisgruppe?
Wie bereits erwähnt, können wir unseren Arbeitsalltag in der Regel gut planen, so dass unter der Woche noch ausreichend Zeit für Sport oder andere Freizeitaktivitäten bleibt. Wer möchte, kann auch die Angebote von Hogan Lovells (z.B. Fussball, Volleyball, Laufen, Bootcamp, Rückenkurs oder Yoga) wahrnehmen.

Die Wochenenden sind grundsätzlich frei.  

8. Welche drei Begriffe assoziierst Du mit Hogan Lovells?

Internationalität, Teamwork, Enten


Kerstin, vielen Dank für das Gespräch!