Arbeitsrecht im Jahr 2017

Herr Neufeld, seit wann sind Sie bei Allen & Overy und warum haben Sie sich genau für diese Kanzlei entschieden?
Ich bin vor sieben Jahren als Partner zu Allen & Overy gekommen. Ausschlaggebend waren dabei für mich drei Dinge:
1. Die Kanzlei ist ein Global Player mit einem belastbaren internationalen Netzwerk.
2. Es gibt eine klare Wachstumsstrategie.
3. Die Leute sind nett und arbeiten zusammen, nicht bloß mit- oder gar gegeneinander.

Wenn Sie sich umschauen. Was liegt aktuell auf Ihrem Schreibtisch?

Mein iPad. Ich sitze im Poppies (Londons besten Fish & Chips Lokal direkt neben unserem Büro) und schreibe diese Zeilen. Morgen nehme ich hier am Meeting des Globalen People & Performance Boards teil. Dort planen wir, wie die Arbeit bei A&O in den nächsten 5 Jahren aussehen soll.

Wie sieht ein typisches Mandat im Bereich Arbeitsrecht aus?

Das ist das Schöne: es gibt hier kein "typisches" arbeitsrechtliches Mandat. Von Restrukturierungsverhandlungen mit Betriebsräten, Streikmandaten, Workforce Investigations, Arbeitnehmerüberlassung, Vorstandsverträgen über regulierte Vergütung, weltweite Umstrukturierung, Betriebliche Altersversorgung, Contract Automation, Arbeit 4.0 bis hin zu Einigungsstellen und Gerichtsverfahren ist alles dabei.

Welche Themen beschäftigen einen Arbeitsrechtler im Jahr 2017 besonders?

Digitalisierung von Geschäftsmodellen, Alternative Ressourcing (Crowdworker, Gig Economy & Co), Pensions im Niedrigzinsumfeld, Investigations.

Sie beraten mit Ihrem Team Unternehmen bei komplexen Transaktionen und Umstrukturierungen, Personalabbaumaßnahmen, Change-Prozessen und Outsourcingprojekten, auch in Krisen- und Insolvenzsituationen. Nicht immer einfache Themen... Wie geht Ihr Team mit dieser Herausforderung um?

Ausbildung, Legal Project Management und eine diverse Team- und Erfahrungsstruktur sind hier der Schlüssel. Damit sind auch für unsere Teilzeitanwälte vermeintliche 24/7-Projekte machbar.
Sie sind bereits seit 16 Jahren in diesem Bereich tätig. Gab es je Langeweile oder Routine in Ihrem Job?
Ja natürlich. Nicht jede Aufgabe war stets spannend; dann war es wichtig zu sehen, wo dieses "langweilige" Puzzleteil gleichwohl für den Erfolg des Gesamtprojekts wichtig ist. Und Routine muss man sich erstmal erabeiten, weil man dann eine Sache beherrscht und weiss, dass sie künftig delegiert werden muss, um selbst auf das nächst höhere Level zu kommen.

Hand auf’s Herz: Wie viel Freizeit hat ein Top-Anwalt in Ihrem Team?

Weniger als ein Richter, mehr als ein Vorstand. Und am Wochenende arbeiten wir nicht.

Welche Kompetenzen sollte ein Anwalt unbedingt mitbringen, der in Ihrem Team arbeiten möchte?

Selbstmotivation, Neugierde, Intelligenz, Empathie.

Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit Allen & Overy?

Collaboration, Excitement, Empowerment.