29.07.2014

RISE – Das Aus- und Weiterbildungsprogramm

Warum RISE? Im Interview verraten Dr. Dirk Lorenz, Partner und Leiter der Practice Area Dispute Resolution und Julia Meuser, Leiterin Training & Development, mehr über das Aus- und Weiterbildungsprogramm RISE. Als HR-Verantwortliche haben sie wesentlich zur Konzeption und Durchführung des RISE-Programms beitragen.

2011 wurde das RISE – Aus- und Weiterbildungsprogramm bei Taylor Wessing ins Leben gerufen. Welche Punkte waren Ihnen bei der Entwicklung des Programms besonders wichtig? Wieso der Name „RISE“?

Dirk Lorenz: Wir wollten attraktive Angebote für unsere jungen Juristen schaffen, die den Einstieg in den Job erleichtern und die Kompetenzen fördern, die zusätzlich zum juristischen Know-how für Anwälte auf dem Weg in die Partnerschaft immer wichtiger werden. RISE ist dabei wörtlich zu nehmen: Wir wollen gemeinsam hoch gesteckte Ziele erreichen, das Ausbildungsprogramm soll dafür das Rüstzeug bieten.

Wo liegen die Schwerpunkte in dem Programm?

Julia Meuser: Neben der Vermittlung von wirtschaftsrechtlichen Grundlagenwissen in Kernbereichen wie z. B. Gesellschaftsrecht oder Steuerrecht liegen die Schwerpunkte in der Vermittlung von Business und Soft Skills. Für Anwälte gehören neben der hervorragenden fachlichen Qualifikation inzwischen auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse, geschickte Verhandlungsführung und überzeugendes persönliches Auftreten zu den grundlegenden Erfolgsbausteinen im Beruf. Ebenso dazu gehören Kompetenzen in Akquisition, Networking und Pitching, das Selbst- und Projektmanagement sowie Zusammenarbeit und Führung. Zudem legen wir großen Wert auf hervorragendes Verständnis für die Industrien, in denen wir als Experten beraten.

Dabei machen wir regelmäßig einen Kassensturz, bei dem wir die Aktualität und Qualität der Ausbildungsangebote prüfen und ggf. das RISE-Programm um neue Inhalte erweitern.

Wie ist ein typisches RISE-Seminar aufgebaut?

Dirk Lorenz: Für uns steht die Praxis im Mittelpunkt. Frontalvorträge ohne Einbindung der Teilnehmer sind ermüdend und wenig zielführend. Erfahrungsgemäß sind der Lernerfolg und die langfristige Vermittlung von Wissen umso erfolgreicher, je interaktiver die Workshops gestaltet sind. Dies geben wir unseren Referenten mit auf den Weg, die neben Case Studies einiges im Petto haben, um die Seminare spannend und nachhaltig zu gestalten. Und nicht alles lässt sich in Kursen und Workshops vermitteln, das strukturierte Training on the Job bleibt ein wichtiges Element der individuellen Ausbildung.

Wie sieht der Ausbildungsfahrplan für Anwältinnen und Anwälte ab dem Berufseinstieg aus?

Julia Meuser: Unsere Berufseinsteiger lernen zunächst die Grundlagen: Ein solides Grundwissen in den Bereichen M&A, Gesellschaftsrecht, Dispute Resolution und Steuerrecht, das unabhängig von dem eigenen Tätigkeitsbereich zum Handwerkszeug jedes Wirtschaftsanwalts gehört. Ab dem zweiten Berufsjahr kommen betriebswirtschaftliches Know-how und Kernkompetenzen wie Präsentationstechnik oder Verhandlungsführung hinzu. Parallel dazu nehmen unsere Associates an monatlichen Vorträgen des „Studium Generale“ teil, in dem wir einen Überblick und aktuelle Informationen aus allen Tätigkeitsbereichen und aus unseren Industry Groups vermitteln. Ab dem dritten Berufsjahr haben unsere Anwältinnen und Anwälte die Möglichkeit, ein Secondment wahlweise bei einem Mandanten oder in einem unserer internationalen Büros zu machen. Es dient nicht nur der Vertiefung von Mandatsbeziehungen, sondern schärft unsere Nachwuchsjuristen im „Outside the Box“-Denken z. B. im Hinblick auf fremde Rechtssysteme, andere Branchen, Kulturen und Länder. Zudem können Fremdsprachenkenntnisse durch den Auslandseinsatz weiter gefestigt werden.

Welche Ausbildungsangebote werden jungen Nachwuchsjuristen besonders ans Herz gelegt?

Dirk Lorenz: Unser Aus- und Weiterbildungsprogramm RISE besteht aus unterschiedlichen Modulen, die zum Teil aufeinander aufbauen. Wir legen unseren Associates ans Herz, alle Ausbildungsangebote wahrzunehmen. Zeitpunkt und Themen werden mit den persönlichen Mentoren abgestimmt, damit sie zum Entwicklungsprofil der jungen Anwältinnen und Anwälte passen. Jedes einzelne der RISE Module soll unsere Nachwuchsjuristen darin unterstützen, eine Anwältin bzw. ein Anwalt zu werden, die/der die Fragen unserer Mandanten mit fachlicher und wirtschaftlicher Expertise, Branchenkenntnis, exzellenten persönlichen Kompetenzen – und mit Begeisterung beantwortet.